Pfeiffer Christian Maischberger 5681 120Der Deutsche Kriminologe Christian Pfeiffer wirft der Deutschen Kirchenleitung in einem detailreichen Interview mit der Wochenzeitung DIE ZEIT 17/2019 vom 17. April 2019 nicht nur Behinderung einer in die Tiefe gehenden wissenschaftlichen Aufarbeitung der Ursachen für die sexualisierten Machtmissbräuche in der römisch-katholischen Kirche vor sondern auch die Zurückhaltung von Informationen dafür und Versuche der Zensur bei der Veröffentlichung von Ergebnissen. Den Vorschlag der Kirchenvertreter, „nicht ausgegebene Forschungsmittel in Höhe von circa 120.000 Euro für sonstige Forschungszwecke behalten dürfen“ wenn sie darüber schweigen, nennt der Jurist einen "Versuch einer Nötigung“. Christian Pfeiffer: "Ich sagte dem Bischof: Wir lassen uns nicht kaufen".

Das Interview führte Giovanni di Lorenzo unter der Mitarbeit von Hanna Gieffers und Karoline Kuhla-Freitag.

 

Christian Pfeiffer: "Ich sagte dem Bischof: Wir lassen uns nicht kaufen"

Der Deutsche Kriminologe Christian Pfeiffer sollte den Missbrauch in der katholischen Kirche aufklären – und scheiterte. Im Gespräch mit Giovanni di Lorenzo erzählt er erstmals, was ihm im Konflikt mit den Würdenträgern widerfuhr.

Interview: Giovanni di Lorenzo unter der Mitarbeit: Hanna Gieffers und Karoline Kuhla-Freitag, 16. April 2019 DIE ZEIT Nr. 17/2019.

 

Christian Pfeiffer: "Das Vernichten von Akten hat jegliche Chance zerstört, eine vernünftige Täter- und Opferforschung anzustellen."

DIE ZEIT: Herr Pfeiffer, was wir in diesem Interview besprechen werden, wird Ihnen voraussichtlich eine Menge Ärger bereiten.

Christian Pfeiffer: Ja, aber vor Ärger habe ich in meinem ganzen Berufsleben nie zurückgeschreckt.

ZEIT: Sie hüten seit langer Zeit ein Geheimnis, warum reden Sie erst jetzt darüber?

Pfeiffer: Ich bin nicht mehr Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN). Solange ich das war, wollte ich der Institution nicht schaden, indem ich von einem ganz besonderen Tag erzähle, dem 20. Dezember 2012. Denn einer meiner Gegner wäre der damalige Staatssekretär des Niedersächsischen Wissenschaftsministeriums gewesen, welches unser Institut bis heute zum Großteil finanziert. Ganz andere Gegner sind zwei Vertreter der Kirche, mit der ich mich an jenem Tag endgültig überworfen habe. Heute sind sie Schlüsselfiguren bei der Aufklärung der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche in Deutschland. Das ist schon eine kuriose Fügung.

ZEIT: Sie sprechen von zwei deutschen Bischöfen?

Pfeiffer: Ja, von Bischof Stephan Ackermann, der damals wie heute der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz ist, und von Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, der heute auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist.

ZEIT: Sie hatten 2011 mit den katholischen Bischöfen, konkret mit dem Verband der Diözesen Deutschlands (VDD), vereinbart, einen unabhängigen Forschungsbericht zum Missbrauch in der Kirche von 1945 bis zum Erhebungszeitpunkt anzufertigen. Ein in dieser Größenordnung einmaliges Vorhaben: Pensionierte Staatsanwälte und Richter sollten Daten aus den Akten der Kirche erheben, Doktoranden Interviews mit Tätern und Opfern führen. Die Bischöfe haben das Projekt auch unterstützt, alle waren frohen Mutes.

Pfeiffer: Ja, am Anfang war alles gut. Wir hatten einen Vertrag und einen Forschungsbeirat, einzelne Bistümer stellten uns bereits probeweise Akten zur Verfügung, und wir begannen mit der Sichtung – bis die gemerkt haben, dass wir mit unserem Ansatz nicht nur die weit zurückliegenden Fälle hätten aufdecken können, sondern auch die in die Gegenwart ragende Mitverantwortung von Bischöfen, von Diözesen und Verwaltungen.

ZEIT: Aber schon nach kürzester Zeit hing der Haussegen schief. Womit begannen Ihre Probleme in der Zusammenarbeit mit der Kirche?

Pfeiffer: Sie begannen bereits Monate vorher, weil man versuchte, uns zu kontrollieren. Im November 2011 verlangten zwei wichtige Mitglieder des kirchendominierten Beirates, die Generalvikare Peter Beer von der Erzdiözese München und Freising und Michael Fuchs vom Bistum Regensburg, der Beirat müsse nachträglich Entscheidungsgewalt über nahezu alle Fragen der Projektgestaltung erhalten. Er beanspruchte damit die finale Kontrolle der Forschung durch die Kirche. Herr Beer kündigte ferner an, er würde andernfalls aus dem Beirat ausscheiden. Wir weigerten uns, und er erschien dann auch nicht mehr. Generalvikar Fuchs schied eine Sitzung später ebenfalls aus dem Gremium aus.

ZEIT: Beer und Fuchs standen für zwei der bis heute wichtigsten Diözesen Deutschlands. Womit haben die beiden ihren Rückzug erklärt?

Pfeiffer: Sie haben argumentiert, dass wir Wissenschaftler keine Ahnung hätten, wie es in der katholischen Kirche wirklich abläuft. Dass wir uns von außen an ein Objekt herantasteten, welches uns fremd sei.

ZEIT: Ist denn dieses Argument so falsch?

Pfeiffer: Ja, komplett falsch. Wir sind Profis. Wir wissen, wie man Aktenanalysen macht, wie man Opfer und Täter interviewt. Von diesen Methoden haben die Kirchenoberen, Bischöfe und ihre Repräsentanten, keine Ahnung. Ihr Vorschlag war forschungsfeindlich.

ZEIT: Handelte Beer Ihrem Eindruck nach im Auftrag von Kardinal Marx?

Pfeiffer: Ich rief damals Kardinal Marx an. Er wollte mit mir nicht über Inhalte diskutieren, sondern stellte lediglich klar, dass Herr Beer die Erzdiözese vertrete und in seinem Namen handle.

ZEIT: Man hat den Eindruck: Je länger das Projekt dauerte, desto mehr Streitpunkte gab es. Etwa um den Datenschutz für die tatsächlichen oder mutmaßlichen Täter. Und dann war da noch Ihr Vorhaben einer Tiefenuntersuchung der Täter.

Pfeiffer: Alles richtig, im Nachhinein aber muss ich sagen, dass der Wendepunkt ein anderer war. Im Herbst 2011 habe ich vor den Generalvikaren, also den obersten Verwaltungsbeamten aller Bistümer, einen Vortrag gehalten und bin wohl etwas unvorsichtig gewesen.

ZEIT: Womit?

Pfeiffer: Ich habe über eine Studie des John Jay College, New York, gesprochen, die den Missbrauch durch Priester in den USA untersucht hatte. Danach waren in der Phase des stärksten Missbrauchs nur fünf Prozent der priesterlichen Täter echte Pädophile. Alle anderen hatten andere sexuelle Zielobjekte, nämlich Frauen oder Männer, an die sie aber im extrem prüden Amerika damals nicht rankamen – und sich ersatzweise an Kindern vergingen. Doch besonders interessant war, warum der Missbrauch in den USA seit den Sechziger- und Siebzigerjahren drastisch zurückgegangen ist!

ZEIT: Nämlich?

Pfeiffer: Der Zeitgeist hatte sich gedreht. Die amerikanische Sexualmoral wurde immer lockerer, Priester hatten es leichter, Frauen zu erreichen. Homosexualität war vielerorts nicht mehr strafbar, und schwule Priester konnten einfach in spezielle Kneipen gehen, um Sexpartner zu finden.

"Dem Wunsch nach Zensur haben wir uns widersetzt"

ZEIT: Sie glauben, eine freiere Sexualmoral verhindere den Missbrauch von Minderjährigen? Eine steile These, wenn man an die Missbrauchsskandale in reformpädagogischen Einrichtungen wie etwa an der Odenwaldschule denkt.

Pfeiffer: Eine sehr libertäre Sexualmoral mag ein Risikofaktor sein, eine sehr rigide Sexualmoral ist es gewiss. Deshalb haben wir die Bischöfe darum gebeten, in Deutschland mit 60 bis 80 Tätern aus der Kirche qualitative Interviews darüber führen zu dürfen, wie ihre Lebenssituation zum Zeitpunkt des Missbrauchs aussah.

ZEIT: Woran merkten Sie beim Vortrag, dass die Stimmung kippte?

Pfeiffer: Es gab aggressiv formulierte Rückfragen, die Generalvikare flüsterten, und Hans Langendörfer, der Sekretär der Bischofskonferenz, fragte hinterher kritisch, ob ich wirklich so offen über den Zölibat reden musste. Ich denke, zu diesem Zeitpunkt war den Akteuren der Kirche zum ersten Mal bewusst, dass unsere Forschung wehtun könnte. Und dass es uns auch darum ging, aufzudecken, dass so viele enttarnte Täter weiterbeschäftigt wurden.

ZEIT: Im Frühjahr 2012 kam es zu einer weiteren Eskalation zwischen Ihnen und Ihren Auftraggebern, in deren Folge Sie die katholische Kirche öffentlich anklagten, sie wolle Zensur ausüben. Was war geschehen?

Pfeiffer: Nach dem gescheiterten Versuch, den Beirat zu einem Kontrollgremium umzuwandeln, unternahm die Erzdiözese München und Freising einen neuen Anlauf, ihr Ziel zu erreichen. Am 7. Mai 2012 ging bei dem bereits genannten Pater Langendörfer ein Schreiben aus München ein. Darin wurde gefordert, unseren Vertrag mit den Bischöfen um folgenden Absatz zu ergänzen: "Über die Veröffentlichung der im Rahmen der Untersuchung erstellten Berichte, insbesondere Art und Umfang der Vorstellung der Untersuchungsergebnisse gegenüber der Öffentlichkeit, entscheiden VDD und KFN gemeinsam. Ist eine Einigung nicht möglich, unterbleibt die Veröffentlichung." De facto hieß das, dass wir jede Veröffentlichung, jeden Fachaufsatz, jede Dissertation bei der Kirche hätten einreichen müssen. Diesem Wunsch nach Zensur haben wir uns widersetzt und bis zum Spätherbst 2012 erfolglos versucht, die Kirche davon abzubringen.

ZEIT: Kurz darauf kam es zu jenem verhängnisvollen Treffen am 20. Dezember 2012, das das Ende Ihres Projektes besiegelte.

Pfeiffer: Ja, der Ort des Showdowns war das Wissenschaftsministerium in Niedersachsen.

ZEIT: Wer nahm an diesem Treffen teil?

Pfeiffer: Die Kirche war durch ihren Missbrauchsbeauftragten, Bischof Stephan Ackermann, und den gerade genannten Hans Langendörfer vertreten. Von unserer Seite, also dem Kriminologischen Forschungsinstitut, war außer mir auch mein Stellvertreter, Thomas Mößle, gekommen. Als Vermittler hatte sich der CDU-Staatssekretär aus dem Wissenschaftsministerium Niedersachsen, Josef Lange, angeboten. Schließlich war noch eine Mitarbeiterin des Ministeriums dabei, für den Fall, dass es ein Protokoll geben sollte.

ZEIT: Man darf annehmen, dass die Stimmung kurz vor Heiligabend ziemlich vergiftet war.

Pfeiffer: Ja, das war sie. Zuvor hatten zwei meiner Mitarbeiterinnen bereits entnervt aufgegeben. Bei der Suche nach Personal wollte die Kirche dann plötzlich mitreden und das Recht haben, Kandidaten abzulehnen. Das war mit der Wissenschaftsfreiheit völlig unvereinbar. Hätten wir dann noch einen Schwulen, einen Protestanten oder gar einen Nichtchristen nehmen können? Trotzdem hatten wir im Oktober noch ein Kompromissangebot gemacht und vorgeschlagen, dass bei unserem Missbrauchsbericht die Kirche hinter jedem Kapitel ihre Sicht der Dinge hätte schildern können. Ein Vorgang, der dissenting vote heißt.

ZEIT: Sie wollten also an diesem 20. Dezember weiterkämpfen?

Pfeiffer: Ja.

ZEIT: War bei der Kirche noch der Wille spürbar, das Projekt weiterzuführen?

Pfeiffer: Nein. Merkwürdig bei dem Treffen war, dass Herr Lange sagte, er sei als Freund der katholischen Kirche hier, nicht als Staatssekretär. Der Ort des Geschehens, sein Dienstzimmer, erinnerte uns aber indirekt daran, dass er der wichtigste Geldgeber unseres Instituts ist. Es war unübersehbar, dass er auf der Seite der Kirche stand.

ZEIT: Und was wollte die Kirche an diesem Abend?

Pfeiffer: Sie wollte uns einen neuen Vertrag zur Unterschrift vorlegen, der das Ganze aus ihrer Sicht anständig beendet hätte.

ZEIT: Gibt es diesen Vertrag noch?

Pfeiffer: Ja, und über seine Details hat bis heute niemand öffentlich gesprochen. Darin wollten sie uns verpflichten, jeglichen Vorwurf von Zensur und Kontrollwünschen der Kirche zu unterlassen. Das wollten sie unbedingt erreichen. Wir hätten zwar sagen dürfen, dass das Projekt beendet ist, aber nicht, warum.

ZEIT: Hat Ihnen die Kirche etwas dafür geboten?

Pfeiffer: Ja, die Kirche hat uns Geld dafür geboten. Das war ja für mich das Unerhörte. Um uns zum Schweigen zu motivieren, formulierte sie im Vertragsangebot, dass mit Unterzeichnung weder wir an die Kirche noch die Kirche an uns finanzielle Ansprüche hätte. Ergänzend wurde uns mitgeteilt, dass wir nicht ausgegebene Forschungsmittel in Höhe von circa 120.000 Euro für sonstige Forschungszwecke behalten dürfen. Das wurde ausdrücklich bestätigt.

ZEIT: War das Kirchensteuergeld?

Pfeiffer: Davon sind wir ausgegangen.

ZEIT: Wie haben Sie reagiert?

Pfeiffer: Ich sagte dem Bischof Ackermann: "Wir lassen uns nicht kaufen." Und ich machte klar, dass wir nicht über die Gründe für das Scheitern unseres Projektes schweigen würden.

"Das war der Versuch einer Nötigung"

ZEIT: Sie wissen aber, dass solche Schweigeklauseln in Auflösungsverträgen bei Streitfällen durchaus üblich sind?

Pfeiffer: Mag sein, in diesem Zusammenhang habe ich aber die Geste als moralische Erpressung gewertet. Das ging gar nicht. Was hätte ich denn beim nächsten Treffen den Vertretern der Missbrauchsopfer sagen sollen? April, April, danke, dass ihr gekommen seid, aber ich darf nichts mehr sagen? Der Herr Staatssekretär Lange bemühte sich trotzdem nach Kräften, uns auf den Kurs der Kirche zu bringen. Als mein Stellvertreter und ich uns klar verweigerten, wurde es richtig ernst.

ZEIT: Was passierte dann?

Pfeiffer: Auf einmal verkrampfte Bischof Ackermann – körperlich und von der Sprache her. Er redete mich mit "Professor Pfeiffer" an und erklärte mir, wenn ich mich weigere, den Vertrag zu unterschreiben, und der Zensurvorwurf nach draußen dringe, dann sei ich ein Feind der katholischen Kirche – und das wünsche er niemandem. Er erklärte weiter, dass sie meinen guten Ruf öffentlich massiv attackieren würden und offenlegen müssten, welche Schwierigkeiten es mit dem Institut gegeben habe. Er sagte, dass mir das schaden würde, dass ich es bereuen und einen schweren Fehler begehen würde, wenn ich nicht unterschriebe.

ZEIT: Was Sie berichten, liegt über sechs Jahre zurück. Ihre Erinnerung ist sehr detailliert. Haben Sie sich damals Notizen gemacht?

Pfeiffer: Nein, so etwas vergisst man nicht, weder ich noch der mich begleitende Thomas Mößle. Unmittelbar danach haben wir über diesen Vorgang alle für das Projekt zuständigen Mitarbeiter detailliert informiert, ebenso unsere Familien, enge Freunde und vertrauenswürdige Journalisten. Außerdem gab es Priester und kirchliche Mitarbeiter, die mit uns in der Projektvorbereitung engagiert zusammengearbeitet hatten. Auch ihnen habe ich über den Abend genau berichtet.

ZEIT: Hat Sie, was Ackermann sagte, eingeschüchtert?

Pfeiffer: Schon, das war eine richtige Bedrohung, die er da aussprach. Und als Jurist sage ich auch: Das war der Versuch einer Nötigung.

ZEIT: Wie ging es mit Ihnen weiter?

Pfeiffer: Wie in einem Krimidrehbuch. Bischof Ackermann ging nach seiner Wutrede aus dem Raum, anschließend ergriff Langendörfer das Wort, mit dem ich durch viele Verhandlungsgespräche und einige Essen bei gutem Rotwein ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hatte. Er betonte, dass wir uns ja wirklich gut verstünden und uns menschlich so nahegekommen seien. Und er fragte, ob ich das jetzt alles zerstören wolle. Er bat mich, doch einfach über die Gründe des Scheiterns zu schweigen.

ZEIT: Und was haben Sie gesagt?

Pfeiffer: Ich meinte nur: "Gegenüber einem Kriminologen bad cop, good cop zu spielen, das geht nicht, Pater Langendörfer!" Das war dann das Ende der Veranstaltung. Um irgendwie friedlich aus der Sache rauszukommen, habe ich vorgeschlagen, das Vertragsangebot der Bischöfe nicht definitiv zurückzuweisen, sondern es Anfang Januar unseren Gremien im Institut zur Abstimmung vorzulegen.

ZEIT: Haben Sie den Gremienmitgliedern von den Bedrohungen, denen Sie ausgesetzt waren, und vom Versuch, das Institut zu "kaufen", wie Sie es ausgedrückt haben, erzählt?

Pfeiffer: Ich habe sie nur über das Angebot informiert, uns zu kaufen: Geld behalten und schweigen.

ZEIT: Die Drohungen, von denen Sie gerade erzählt haben, haben Sie nicht erwähnt?

Pfeiffer: Nein, das ist hier das erste Mal, dass ich sie öffentlich mache. Ich wollte damals auf keinen Fall mit Staatssekretär Lange, von dem wir ja finanziell stark abhängig waren, in einen Konflikt geraten.

ZEIT: Nachdem Sie das Angebot endgültig abgelehnt hatten, bekamen Sie dann tatsächlich den Zorn der Kirche zu spüren?

Pfeiffer: Ja, ich wurde verbal ganz schön attackiert. Von mir vorher geschätzte Personen sagten plötzlich öffentlich die Unwahrheit. Ich war mit Langendörfer in der ARD-Talkshow von Reinhold Beckmann, er bezichtigte mich, unseriös zu sein. Und Bischof Ackermann verbreitete, dass wir uns auf Formulierungen geeinigt hätten, die die Wissenschaftsfreiheit respektieren, und er deshalb nicht verstehe, warum ich weiterhin von Zensur rede. Ein Sprecher der Bischöfe erklärte: "Wir haben Herrn Pfeiffer heute gekündigt, weil das Vertrauensverhältnis völlig desolat ruiniert ist." Dann beantragte die Kirche vor Gericht eine einstweilige Verfügung, dass ich bei Androhung eines Ordnungsgeldes von bis zu 250.000 Euro nie wieder behaupten dürfe, die katholische Kirche habe in Hinblick auf das Forschungsprojekt Zensur ausüben wollen.

ZEIT: Ist sie damit durchgekommen?

Pfeiffer: Nein. Das war juristisch leicht zu kontern. Ich habe an alle 119 Landgerichte eine Schutzschrift geschickt, in der die Zensurwünsche konkret belegt wurden. Doch diesen juristischen Schritt konnte ich natürlich schlecht mit den Steuergeldern des Landes Niedersachsen machen.

ZEIT: Und wohl auch schlecht mit Ihrem eigenen Geld. Wer ist da eingesprungen?

Pfeiffer: Ich hatte schon am Abend jenes 20. Dezember meinen engen Freund, den Unternehmer Dirk Roßmann, über die Vorgänge informiert. Er kannte die Konflikte mit den Bischöfen, im Januar bot er mir dann an, alle Kosten des Rechtsstreites zu übernehmen, was er auch tat. Wir haben vor Gericht zweimal gewonnen. Die Kirche musste ihren Antrag auf einstweilige Verfügung zurückziehen und auf ihrer Homepage den Satz streichen, sie hätte sich mit uns auf Vertragsformulierungen geeinigt, die die Wissenschaftsfreiheit respektierten. Und ich durfte weiter von Zensur sprechen.

ZEIT: Haben Sie nicht auch selbst Fehler gemacht im Umgang mit der katholischen Kirche?

Pfeiffer: Ja, einen gravierenden: Nach Eingang des Münchner Zensurwunsches im Mai 2012 hätte ich sofort den Vertrag kündigen müssen. In einem Brief an Langendörfer schrieb ich jedoch nur, dass diese Zensurwünsche der Kirche schadeten, das Handeln der Kirche erinnerte mich an die Verhältnisse in der DDR. Er hat diesen Brief nie beantwortet.

"Statt von Scham hätte Marx von Schuld sprechen müssen"

ZEIT: Nachdem Sie und die Kirche also fertig waren, kam es dann doch noch zu einer neuen, aufwendigen Studie über den Missbrauch in der katholischen Kirche. Erst im vergangenen September ist sie der Öffentlichkeit vorgestellt worden – mit verheerenden Erkenntnissen für die Kirche.

Pfeiffer: Bei dieser Studie haben die Bischöfe zentrale Dinge geändert: Die Kirchenvertreter haben zum Beispiel nicht mehr akzeptiert, dass etwa ehemalige Richter und Staatsanwälte, die von Wissenschaftsseite ausgesucht werden, die Daten zu den Missbräuchen direkt aus den Akten der Kirche erheben. Das hat die Kirche selbst gemacht.

ZEIT: Warum haben sich namhafte und – wie ich vermute – auch von Ihnen respektierte Forscher darauf eingelassen?

Pfeiffer: Ich denke, weil es ein aufsehenerregendes, tolles Projekt war. Mein Rat an unsere Nachfolger war, dass sie sich zuerst von jeder Diözese sagen lassen sollten, wie viele Akten überhaupt noch auswertbar sind und wie viele schon vernichtet wurden. Das haben sie meines Wissens nicht getan.

ZEIT: War Ihnen 2011, als Sie die Arbeit an der Studie begannen, klar, dass Akten zum sexuellen Missbrauch in der Kirche zehn Jahre nach einer Verurteilung geschreddert werden können?

Pfeiffer: Nein, und als es mir auffiel, wurde mir entgegnet, dass es eine Zusammenfassung geben würde und der Urteilstenor darin enthalten sei.

ZEIT: Ist das nicht ausreichend?

Pfeiffer: Nein. Denn dort steht nicht drin, wie oft, wo und durch wen das Opfer missbraucht wurde. Das Vernichten von Akten hat jegliche Chance zerstört, eine vernünftige Täter- und Opferforschung anzustellen.

ZEIT: Glauben Sie, dass es neben der kirchenrechtlich erlaubten Aktenvernichtung auch Dokumente gab, die eigens beseitigt wurden, damit sie nicht zum Gegenstand Ihrer Untersuchung werden konnten?

Pfeiffer: Genau das haben Kirchenmitarbeiter aus einigen Bistümern uns vertraulich angedeutet: Jetzt wird geschreddert, weil die Wissenschaftler kommen.

ZEIT: Können Sie die Namen der Bistümer nennen?

Pfeiffer: Nein. Aber zum Erzbistum München und Freising kann ich sagen: Dort wurde eine Anwaltskanzlei mit der Erforschung der Missbrauchsfälle beauftragt. Uns hatte man deswegen von vornherein den Zugang zu den Akten verwehrt.

ZEIT: Der Auftrag an diese Anwaltskanzlei erging 2010, im Jahr der großen katholischen Missbrauchsskandale in Deutschland. Man könnte sagen, dass die ehemalige Diözese von Papst Benedikt sehr wohl rasche Aufklärung wollte.

Pfeiffer: Die Ergebnisse sind aber geheim geblieben. Nur ein achtseitiger Bericht über das methodische Vorgehen wurde veröffentlicht, die kompletten 350 Seiten sind unter Verschluss.

ZEIT: Wenn hier tatsächlich Missbrauch verschleiert wurde – wie Sie vermuten –, so fiele dies auch in die Zuständigkeit von Kardinal Marx. Erneut erheben Sie einen schweren Vorwurf gegen ihn!

Pfeiffer: Das ist mir wohl bewusst, aber es war so. Die Forscher nach uns haben einen fertigen Datensatz bekommen, aus dem für sie nicht erkennbar war, wie die einzelnen Diözesen mit Tätern und Opfern umgegangen sind. Sie konnten zum Beispiel nicht mehr nachverfolgen, welcher Bischof Priester weiterbeschäftigt hat und wer somit mitschuldig an neuen Missbrauchstaten war. Damit war die Kirche fein raus.

ZEIT: Trotzdem war doch der Missbrauchsbericht, der im Herbst 2018 vorgestellt worden ist, für die Kirche alles andere als exkulpierend.

Pfeiffer: Richtig. Die Kollegen aus dem Forscherteam haben die Daten zu den Missbrauchsvorgängen – sofern sie noch vorhanden waren – sorgfältig analysiert und besonders gründlich die von den Staatsanwaltschaften zur Verfügung gestellten Strafverfahrensakten gegen Priester.

ZEIT: Sowohl Ackermann als auch Marx haben den durch diese Untersuchung sichtbar gewordenen Missbrauch aufs Schärfste verurteilt. Ackermann sprach von "Wut" und "Abscheu". Marx von Scham und davon, dass er Verständnis für diejenigen habe, die sagen: "Wir glauben euch nicht mehr." Auch beim Missbrauchsgipfel im Vatikan im Februar hat Marx eine sehr klare Sprache gefunden. Und im März, beim Frühjahrstreffen der deutschen Bischöfe in Lingen, kündigte er eine "Reinigung" der Kirche an, eine offene Debatte auch über Zölibat und Sexualmoral. Haben Sie das zur Kenntnis genommen?

Pfeiffer: Ja, das mag heute ihr Auftreten sein, hinter dem sie auch stehen. Aber ihre Taten entsprechen dem nicht. Statt von Scham hätte Marx von Schuld sprechen müssen. Wer von wirklicher Scham geleitet ist und die Ursachen uneingeschränkt bekämpfen will, der muss Transparenz zulassen. Das ist bislang nicht geschehen. Unsere Nachfolger konnten mit ihrer Forschung keine Mitverantwortung der Bischöfe an möglichen Missbräuchen untersuchen, sie konnten auch nicht aufklären, ob der Zölibat ein Belastungsfaktor für die Täter war.

ZEIT: Was fordern Sie von der Kirche?

Pfeiffer: Marx müsste nicht nur ankündigen, dass man über den Zölibat diskutieren solle – was er ja getan hat –, sondern er müsste auch Forschung darüber zulassen. Es ist ein Widerspruch, einerseits über Transparenz zu reden, andererseits Wissenschaftlern den Datenzugang zu versperren. Zudem fehlt nach wie vor eine repräsentative Befragung einer großen Zufallsauswahl von Priestern.

ZEIT: War Ihnen das, als Sie mit der Kirche noch im Geschäft waren, nicht zugesagt worden?

Pfeiffer: Ich hatte bei Langendörfer mündlich angemeldet, eine Befragung von circa 5000 Priestern durchführen zu wollen. Er hatte eine vertragliche Vereinbarung in Aussicht gestellt. Aber erst einmal müsse das Vertrauen in die Forschung wachsen. Diese Untersuchung hätte offengelegt, wie die Priester mit dem Zölibat umgehen. Und ob die Arroganz kirchlicher Machtausübung, der sogenannte Klerikalismus, wirklich ein Förderfaktor für Missbrauch ist.

ZEIT: Würden Sie denn den Bischöfen wenigstens bescheinigen, dass ihr Aufklärungswille heute größer ist als im Jahr 2011, als Sie den Vertrag abgeschlossen hatten?

Pfeiffer: Ja, die Bischöfe haben den neuen Kollegen immerhin keinen Zensurvertrag vorgelegt.

"Das Verbieten von Sexualität ist ein Grundfehler"

ZEIT: Warum galt in der katholischen Kirche so lange der Täterschutz mehr als der Opferschutz?

Pfeiffer: Das Image der Kirche zu wahren war lange oberstes Prinzip. Deshalb wurde auch das Tabuthema Zölibat bislang nicht empirisch untersucht.

ZEIT: Glauben Sie, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen Zölibat und Missbrauch gibt?

Pfeiffer: Ja, das Verbieten von Sexualität ist ein Grundfehler und hat massiv zum Missbrauch beigetragen. Die ständige Lüge von der Enthaltsamkeit vergiftet die Kirche von innen her.

ZEIT: Hat die Kirche nicht das Recht, das Ausmaß des Missbrauchs zu untersuchen, ohne, wie von Ihnen gefordert, die Priester über ihre sexuellen Vorlieben ausfragen zu lassen?

Pfeiffer: Nein, denn dann nehmen sie das Präventionsziel nicht ernst. Nur mit einer solchen Umfrage kann man klären, wie groß das Missbrauchsrisiko in der Kirche ist.

ZEIT: Angenommen bei der ZEIT würde – Gott behüte! – ein schwerer Fall von Missbrauch bekannt werden und die Chefredaktion würde eine unabhängige Kommission bitten, diesen Vorfall zu untersuchen: Warum müsste diese dann alle Journalistinnen und Journalisten in unserem Haus über ihre Sexualität und sexuellen Vorlieben befragen?

Pfeiffer: Sie sind keine Institution, die im Verdacht steht, durch ihre Organisationsstruktur das Sexualleben ihrer Mitarbeiter in eine bestimmte Richtung zu drängen. Sie haben keinen Zölibat, Sie haben keine expliziten Regeln dazu. Wenn aber eine Organisation wie die Kirche ihren Priestern jegliche Sexualität verbietet, dann setzt sie einen eigenen, sehr problematischen Akzent.

ZEIT: Der Papst wies am Ende seines Missbrauchsgipfels darauf hin, dass sexueller Missbrauch nicht nur in der katholischen Kirche stattgefunden habe.

Pfeiffer: Das stimmt, aber es gibt keinen Berufsstand, in dem in der Hochphase des Missbrauchsgeschehens acht Prozent der Berufstätigen Missbrauchstäter waren, was bei der Untersuchung der Fälle in den USA rausgekommen ist. Nirgends wurde bislang nur ansatzweise eine solch hohe Quote mutmaßlicher Täter erreicht wie bei Priestern.

ZEIT: Es gibt Studien, in denen die Quote mutmaßlicher Täter deutlich geringer beziffert wird.

Pfeiffer: Der Durchschnittswert, den das John Jay College im Hinblick auf seinen gesamten Untersuchungszeitraum ermittelt hat, liegt bei vier Prozent. Er kommt zustande, weil die Quote im letzten Jahrzehnt nur noch bei einem Prozent lag.

ZEIT: Nehmen auch Sie an, dass diese Quote heute niedriger ist?

Pfeiffer: Eindeutig ja. 2011 haben wir 11.500 Menschen repräsentativ in Deutschland gefragt, ob sie Opfer von Missbrauch geworden sind. Gut 500, etwa fünf Prozent, sagten Ja. Nur ein einziger von denen war durch einen Priester missbraucht worden. Umso unverständlicher ist es, dass die Kirche so viel Angst hat vor Transparenz. Das Gros der Missbrauchsfälle, über die wir heute reden, fand in den Sechziger- bis Achtzigerjahren statt.

ZEIT: Ist nicht auch die Bereitschaft der Opfer, zu reden, gestiegen, und finden sie heute stärker Gehör, wenn sie einen Fall anzeigen?

Pfeiffer: Ja, die Wahrscheinlichkeit, dass ein Missbrauchsopfer zur Polizei geht, hat sich, unseren Opferbefragungen zufolge, tatsächlich zwischen 1992 und 2011 verdreifacht, von 12 auf 36 Prozent. Den Tätern passiert mehr als früher, gerade auch in der Kirche. Eine bloße Versetzung würde heute kein Bischof mehr wagen.

ZEIT: Um noch mal auf die dunklen Jahre zurückzukommen: Haben Sie den Eindruck, dass Opfer mancherorts auch anständig behandelt wurden?

Pfeiffer: Ja. So haben sich die Bischöfe Franz-Josef Bode aus Osnabrück, Gebhard Fürst aus Rottenburg-Stuttgart und der leider verstorbene Karl Lehmann aus Mainz, der Vorsitzender der Bischofskonferenz war, sehr für eine faire Behandlung der Opfer eingesetzt.

ZEIT: Aber Kardinal Lehmann hat noch 2002, als ein Missbrauchsskandal die US-Diözese Boston erschütterte, das Problem in Deutschland falsch eingeschätzt. Wie inzwischen auch sein Nachfolger in Mainz eingeräumt hat.

Pfeiffer: Ja, das war zu einem Zeitpunkt, als kaum jemand in der Kirche eine zutreffende Vorstellung davon hatte, wie groß das Problem auch bei uns in Wahrheit war. Aber ich möchte anmerken, dass auch wir Wissenschaftler das zunächst nicht erkannt haben. Als wir an unserem Institut 1992 erstmals die Chance hatten, im Rahmen einer Repräsentativbefragung den sexuellen Missbrauch zu untersuchen, kamen wir nicht auf die Idee, in die Auflistung möglicher Täter die Kategorie "katholischer Priester" aufzunehmen.

ZEIT: Viele wissen nicht, dass Sie als erklärter "Feind der katholischen Kirche" ein gläubiger Mensch sind. Es hat mich überrascht, dass Sie als Protestant auch in katholischen Kirchen gepredigt haben ...

Pfeiffer: ... befreundete Priester in meiner Heimatgemeinde Hannover-Kirchrode und in Osnabrück hatten mich eingeladen, ich fand das spannend.

ZEIT: Gibt es solche Einladungen auch heute noch, nach dem Eklat mit den Bischöfen?

Pfeiffer: Nein, aber zu mir pflegen immer noch einige Priester und Kirchenvertreter freundschaftliche Kontakte. An meinem Geburtstag kommen von ihnen nach wie vor Glückwünsche. Mein Respekt für sie und für ihren schweren Job ist geblieben.

ZEIT: Hat sich seit dem Zerwürfnis auch etwas für Ihre Familie verändert?

Pfeiffer: Ja, das Verhalten der Bischöfe hat auch meine Frau tief getroffen. Sie war bis dahin eine engagierte Katholikin, Mitglied im Kirchenvorstand, aktiv in der Erstkommunionsvorbereitung und Vorsitzende der Pfadfinder. Doch es war ein Schock für sie, dass die Kirche mit ihrem Geld Anwälte darauf ansetzt, Unwahrheiten zu verbreiten. Nach Wochen des inneren Kampfes hat sie sich schweren Herzens entschieden und ist aus der katholischen Kirche ausgetreten.

ZEIT: Und dann?

Pfeiffer: Dann ist sie in die evangelische Kirche eingetreten.


 Zu Christian Pfeiffer

Christian Pfeiffer wurde 1944 in Frankfurt an der Odergeboren. Er war Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN). Sein Institut sollte ab Sommer 2011 den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche erforschen. Von 2000 bis 2003 war Pfeiffer für die SPD niedersächsischer Justizminister. Der Protestant, 75, lebt mit seiner Frau in Hannover.

Pfeiffer kam 1952 nach Westdeutschland. Nach dem Abitur am Ruperti-Gymnasium Mühldorf am Inn 1963 und Abschluss des Wehrdienstes als Reserveoffizieranwärter studierte er von 1965 bis 1971 Rechtswissenschaften und Sozialpsychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie an der London School of Economics and Political Science.

Der Jurist promovierte 1984 mit dem Thema „Kriminalprävention im Jugendgerichtsverfahren“. Von 1985 war er stellvertretender Direktor, ab 1988 Direktor des KFN. Im Jahr 1985 wurde er zudem auf eine Professur für Kriminologie, Jugendstrafrecht und Strafvollzugsrecht an der Universität Hannover berufen.

Von 1985 bis 1997 war Christian Pfeiffer Vorsitzender der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen.

Von Dezember 2000 bis zum Februar 2003 war Pfeiffer, der seit 1969 SPD-Mitglied ist, Justizminister des Landes Niedersachsen.


Die an der Aufklärung beteiligten Männer der Kirche in Deutschland

Stephan Ackermann: Der Bischof von Trier, 56, ist der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz. Dieses Amt bekleidet er seit Februar 2010. Unter seiner Ägide überarbeitete die DBK ihre Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Kleriker.

Reinhard Marx: Der Kardinal, 65, ist Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). Dieses Amt bekleidet er seit 2014. Der Erzbischof von München und Freising hielt beim Missbrauchsgipfel von Papst Franziskus im Februar 2019 in Rom einen Vortrag zum Thema Transparenz.

Hans Langendörfer: Der Jesuit ist Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz und Geschäftsführer des Verbandes der Diözesen Deutschlands. Im VDD sind alle 27 selbstständigen Bistümer zusammengeschlossen. Langendörfer, 68, verantwortet die Rechtsgeschäfte und die Mittelvergabe des VDD.