Hph Stauber schwarz 150kirche in klAls Skandal sind die jüngsten Äußerungen der Glaubenskongregation zu werten, die Homosexulle wieder einmal diskriminieren. So geht man nicht mit Menschen um! ES sollte eine Klarstellung werden, geworden ist es eine Diskriminierung . Enttäuschend in diesem Zusammenhang ist auch die Rolle von Franziskus. Auch wenn es schwer fällt muss es ein einmal gesagt werden. Hat er sich doch bisher in dieser Frage zurückhaltend geäußert. So nach dem Ausspruch von ihm, „Wer bin ich, dass ich hier urteile kann“ Das ist eine Frage, die der liebe Gott entscheiden wird. Oder „Homsosexuelle haben das Recht in einer Familie zu leben“ oder erst im Oktober des Vorjahres, wie Markus Rohrhofer im Standard schreibt, „Was wir benötigen ist ein Gesetz, das eine zivile Partnerschaft ermöglicht.


Haering Hermann1 150Hermann Häring hat nachstehenden Aufruf zur Eiegenverantwortung der Gemeinden auf Wunsch des damaligen Präsidenten der Herbert Haag Stiftung, Erwin Koller, verfasst. Da der Beitrag bedeutsam ist, hat ihn das Netzwerk zeitgemäß glauben auf seine Homepage übernommen und präsemtiert ihn der Öffentlichkeit.


I.Aufruf zur Eigenverantwortung


Entschiedenes Handeln
1. Es rumort in der römisch-katholischen Kirche. Sie hat sich in einen irreparablen Umbruch mit schweren Verlusten manövriert, die die Krise der Reformation weit übersteigen. Die hierarchische Elite samt offizieller Lehre, eine beunruhigte Theologie, das vielbeschworene Gottesvolk sowie die wachsende Masse von Ausgetretenen driften wie architektonische Platten auseinander. Ein Erdbeben jagt das andere. Sie alle hinterlassen einen dramatischen Verfall an Glaubwürdigkeit, und dies in einem Augenblick, da die Botschaft Jesu weltweit angesehener und aktueller ist denn je. Alle Kontinente sind betroffen, auch wenn das Epizentrum in Europa liegt.


2. Die Gründe für die Krise sind vielfältig, doch alle konzentrieren sich in einem Schlüsselproblem: diese Kirche hat sich zu einem kolossalen Machtapparat entwickelt. Belehrung und Unterwürfigkeit, Befehl und Gehorsam sind zu ihren wichtigsten Kennzeichen geworden. Jetzt, da nach 35 Jahren die jüngsten Reformimpulse des 2. Vatikanischen Konzils aufgebraucht sind, bleibt uns nur noch ein Weg des rettenden Neubeginns: Die Kirchengemeinden müssen sich zu einem entschiedenen Handeln ermächtigen und Eigenverantwortung übernehmen. Wir wollen nicht die Kathedralen und Bischofspaläste stürmen, doch wir erkennen die aktuellen Kirchenleitungen nicht mehr an, bis ihre Funktionen im Geiste Jesu neu mit uns ausgehandelt sind. Wir wollen in ihnen nicht die Stimme der Mietlinge, sondern die Stimme des Guten Hirten hören.


II. Nachfolge Jesu statt Machtdemonstration
3. Eine Erneuerung muss bis ins 4. Jh. zurückgreifen, als die Kirche zur offiziellen Volks- und Staatskirche wurde. Bis heute herrscht in ihr kaiserlicher Purpur. Seit den ersten Konzilien wird der Glaube in erzwingbare und rechtlich kontrollierbare Formeln gekleidet, und später werden die Kompetenzen der Amtsträger ins „Übernatürliche“ überhöht. Heute durchzieht eine unchristliche Machtförmigkeit den gesamten Glaubensvollzug; diese Perversion ist aufzudecken und zu überwinden. Die Schrift lehrt weder Glaubensgehorsam noch kirchliche Gesinnung, sondern engagierte Nachfolge.


4. Die Logik eines machtförmigen Glaubens ließe sich an zahllosen Beispielen demonstrieren. Genannt seien: Gott als allmächtiger Herr, Christus als herrscherlicher Pantokrator, die Sakramente als objektive Heilsmittel, die Kirche als heilsnotwendige Institution, der Papst als Stellvertreter Christi, das unauslöschliche Merkmal der Priesterweihe, der Wesensunterschied zwischen Klerikern und Laien, die Hintanstellung der „objektiv weiheun- fähigen“ Frau. Das alle Machtansprüche zementierende Dokument Dominus Iesus fasst – noch im Jahr 2000! – die gesamte Überlegenheitsideologie beinhart zusammen. Wer sich mit diesen Glaubensgestalten identifiziert, ist unmerklich vom Virus einer autoritären Machtideologie infiziert.


1 / 65. Seit dem Übergang ins Mittelalter geraten die Wahl- und Mitbestimmungsrechte der Gemeindemitglieder in Vergessenheit, und seit dem 12. Jh. wird im Westen unter der Führung Roms ein unkontrolliert autoritäres System aufgebaut, das nicht mehr auf dem Vertrauen und einer erworbenen Autorität ruht. Für jede weitere Reform muss die Wiederherstellung der ursprünglichen Rechte als minimale und unverzichtbare Bedingung gelten, weil nur sie die christliche Freiheit (Gal 5,1) in wirksamer Weise schützen kann.


6. Ein Programm zur Selbstautorisierung der Gemeinden dient keiner simplen Machtkonkurrenz. Es hat nur Sinn, wenn es die angedeuteten Fehlentwicklungen im angezielten Erneuerungsprozess überwindet; eine reine Machtübernahme würde die alten Missstände bloß reproduzieren. Es handelt sich um einen lebenspraktischen, theologischen und spirituellen Erneuerungsprozess, der das gesamte Gemeindeleben betrifft und bereit ist, die nicht von oben delegierte, sondern in der Taufe unmittelbar zugesprochene Verantwortung selbst zu übernehmen. Genannt seien drei Aspekte: Neubeginn, Reform und Geschwisterlichkeit.


III. Neubeginn
7. Auf den ersten Blick ist dieser Appell als Rettungsaktion zu verstehen. Die Kräfte der offiziellen, bislang etablierten Kircheneliten sind endgültig erschöpft; wir brauchen einen Neubeginn. Angesichts der globalen Vielfalt einer Weltkirche wäre es müßig, auf die eine inspirierende Person wie etwa Franz von Assisi, Martin Luther, Jean Calvin oder einen großen Reformpapst zu warten. Gegenüber Papst Franziskus gilt eine kritische, am Geist Jesu zu bemessende Loyalität.


8. Hilfe muss von Menschen kommen, die sich als engagierte Christinnen und Christen zusammenschließen und versuchen, ihren Glauben im gegenseitigen Einverständnis authentisch zu leben und die Botschaft Jesu in die gegenwärtige Gesellschaft zu tragen. Diese erneuerte Lebenspraxis muss von unten, also ohne amtlich formale Legitimation wachsen können. Nur so lassen sich die unterschiedlichsten Sprachen, Kulturen und sozialen Schichten sowie individuelle und kollektive Impulse einbeziehen.


9. Es wäre nicht sinnvoll, nach neuen spektakulären Initiativen Ausschau zu halten. Was sich anbietet, wird wohlwollend geprüft; doch viel wichtiger ist es, das aktuelle Wirken des Geistes in vielen Gemeinden und Gemeinschaften auf allen Kontinenten aufzuspüren und ins gemeinsame Gespräch einzubringen. Viele Initiativen haben sich schon vernetzt, die Erneuerung ist im Gange. Dabei ist nicht nur auf internationale Vernetzungen, sondern auch auf flexible örtliche und mediale Kontakte an der Basis zu achten.


IV. Reform
10. Auf den zweiten Blick ruft dieser Appell zur Reform im gängigen Wortsinn auf, also zur Rückkehr zu den vernachlässigten Kräften, die eine innere Erneuerung ermöglichen. Reform ist als Programmwort zwiespältig, denn es könnte auch nostalgische Gefühle oder konservative Ideale stützen. Es bedarf also der Prüfung, ob die angezielte Erneuerung die Zeichen der Zeit wirklich im Sinne der Botschaft Jesu aufgreift.


11. Ein historischer Rückblick kann die fundamentale Bedeutung dieser Reform illustrieren. Inhaltlich geht es primär auch hier um die Überwindung klerikaler und autoritärer Verhältnisse, die seit Jahrhunderten schon auf der Tagesordnung steht. Schon die letzten Laterankonzilien (1215 und 1512) und das Konzil von Trient (1545-63) haben in entscheidenden Punkten versagt, die reformorientierten Beschlüsse des Konzils von Konstanz (1414-18) wurden später widerrufen und Impulse des 2. Vatikanischen Konzils (1962-65) bis heute blockiert.


12. Der Reformappell wendet sich also gegen eingeübte Überzeugungen, Haltungen und die offizielle Kirchenpraxis. Sie sind den traditionellen Gemeinden vieler Länder tief eingebrannt, dies oft in antiprotestantischer, modernitäts-, wissenschafts- oder demokratiefeindlicher Prägung, und wirken geradezu als Marker katholischer Identität. Deshalb provozieren Reformaktionen bis in höchste Kirchenkreise hinein erbitterten, wenn nicht gar feindlichen Widerstand. Die Liste der gemaßregelten und verurteilten Männer und Frauen ist lang, und noch immer werden reformorientierte Mitstreiter/innen aus der Kirche gedrängt. Umso entschiedener sind die Fehlentwicklungen mit intellektueller, spiritueller und gelebter Überzeugung an den Pranger zu stellen und an der ursprünglichen Botschaft zu messen.

13. Klar ist aber auch: Seit Jahrhunderten, insbesondere in den vergangenen 34 Jahren wurden überzeugende Reformkonzepte entwickelt, die biblisch, geschichtlich, theologisch und menschenrechtlich vielfältig abgesichert sind. Die kirchenoffiziellen Blockaden werden immer klarer als Versuch entlarvt, die eigenen hierarchischen Vorrechte zu retten. Die Schleifung dieser Bastionen ist eine Frage der Zeit.


V. Geschwisterlichkeit statt Überlegenheit
14. Auf den dritten und entscheidenden Blick ruft dieser Appell zur inneren Korrektur kirchlicher Beziehungen und Strukturen auf. Sie sollen das Leitprinzip überlegener Macht durch den Geist der Geschwisterlichkeit, die dominierende Tendenz zur Selbsterhaltung durch Solidarität mit einer orientierungsarmen Gesellschaft ersetzen. Dabei entreißen die Gemeinden den Kirchenleitungen keine Verfügungsmacht zum eigenen Vorteil, vielmehr ist die autoritäre Machtqualität der Hierarchie durch ein sachgemäßes und konsequentes Zusammenwirken abzulösen, das sich an offener Kommunikation, an Einverständnis und an der Nächstenliebe orientiert.


15. Inspirierende Vorbilder sind deshalb bei außerordentlichen charismatischen Personen und Bewegungen zu suchen, die sich mit ihrem ganzen Leben für Bedürftige, Bedrohte und Diskriminierte einsetzten. Ebenso wichtig sind spirituelle, theologische und soziologische Konzepte, die das Kalkül politischer Macht durch den Respekt vor Dialog und gegenseitiger Kooperation ersetzen. Sie sind unter anderem im Raum eines biblisch, kontextuell und emanzipatorisch orientierten Denkens zu suchen.


16. Anleitung zu einer entsprechenden Gemeindestruktur ist bei Paulus zu finden. Er bietet kein vorgegebenes Amtsmodell mit entsprechenden Befugnissen, sondern erkennt alle Fähigkeiten als „Charismen“ an, die jemand ins Gemeinwohl der Gemeinde einbringt. Zwar ergeben sich auch daraus bestimmte Rollen (Apostel/in, Lehrer/in, Zungenredner/in, Übersetzer/in). Doch im 1. Korintherbrief nennt er keine Überinstanz, die – wie in späteren Dokumenten - formale Kontrollen, Amtseinsetzungen, Ordinationen oder sakramentale Weihen ausübt. Natürlich müssen Gemeinden handlungsfähig sein; deshalb bedarf es einer aktiven Gemeindeleitung, die gegebenenfalls auch der Gemeinde gegenübersteht. Doch alles spricht dafür: Wichtige Entscheidungen werden im gegenseitigen Gespräch und Einverständnis sowie unter Berufung auf die Botschaft Jesu getroffen.

17. Eine spirituelle Grundlage für gemeinschaftliches Handeln ist im Pfingstbericht vorgegeben: die Kraft des Geistes, d.h. der Liebe, der Solidarität und der gegenseitigen Kommunikation ist allen gleichermaßen geschenkt. Bei aller späteren Formalisierung von Leitungs- befugnissen hat sich bis zum Ende der Spätantike die Überzeugung durchgehalten, dass Bischöfe von ihren Gemeinden zu wählen sind. Es geht, um es zugespitzt zu formulieren, nicht um formalisierte Macht, sondern um das Anerkennen von sachgemäßer Autorität, die zu einem stellvertretenden Handeln ermächtigt.

VI. Vollzug der eigenen Freiheit
18. Die neue Autorität einer Gemeinde beginnt als spiritueller Prozess. Die Gemeinde muss sich in ihrer Praxis des tiefen Grabens bewusst werden, der die befreiende Botschaft Jesu vom machtförmigen Gehorsamsglauben unserer Tradition unterscheidet. Nur so erhält eine Gemeinde die innere Kraft, eigenverantwortliche Wege zu gehen. Ihre Selbstautorisierung beginnt also mit einer verantwortungsvollen Arbeit an ihrem Glauben und ihrem Weltverständnis.


19. In diesem spirituellen Prozess stellt sich die neue Autorität von alleine ein. Die Gehorsamsbindung an verordnete Glaubensregeln löst sich ins Nichts auf und die neue Freiheit kann zum Durchbruch kommen. Selbstautorisierung meint also keine Aneignung fremder Kompetenzen, sondern die Entdeckung einer elementar christlichen, von keinen Machtgelüsten infizierten, sondern Freiheit gewährenden Autorität und verpflichtender Verantwortung. „Die Salbung, die ihr von Ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr braucht euch von niemand belehren zu lassen“ (1 Joh 2,27).

20. Dennoch bleibt der konkrete Vollzug dieser Freiheit ein Wagnis, denn zwischen neu gewonnener Selbständigkeit und verantwortlicher Kooperation ist je neu ein kluges und ausgewogenes Verhältnis zu finden. Im Sinne der neuen Autorität sind Konflikte gegebenenfalls auszutragen, aber nicht zu suchen.

VII. Gemeindeleitung

21. Jede Gemeinde, der an der Zukunft des Christentums liegt, hat die Verantwortung, das Recht und die Autorität, ihre Grundfunktionen im Sinne der christlichen Botschaft auszuüben: in Weitergabe des Glaubens, in Diakonie, Gottesdienst und Selbstverwaltung. Die Gemeinde muss darauf bestehen, dass ihr im Sinne ihrer ureigenen Autorität die ihr zustehenden Kompetenzen eingeräumt werden.

22. Dazu gehören das Recht und die Pflicht, selbst für die Wahl und nähere Ausgestaltung ihrer Gemeindeleitung zu sorgen. Sollte dabei eine Bistumsleitung ihre Mitwirkung verweigern, steht es ihr zu, Gemeindeleiter/innen in eigener Regie einzusetzen. Entsprechende theologisch begründete Modelle liegen vor. Dabei spielt der Zugang zu den „Weiheämtern“ eine sekundäre Rolle. Wer nämlich – als Einzelperson oder im Verband eines Teams – zur Leitung einer Gemeinde bestellt ist, der/dem steht es automatisch zu, auch die sonntägliche Zusammenkunft zu leiten, die Taufe zu spenden und schuldig Gewordenen (ebenfalls im Namen der Gemeinde) Gottes Vergebung zuzusprechen.


VIII. Geschlechtergerechtigkeit als Testfall
23. Die Ungleichheit von Frauen in der römisch-katholischen Kirche und der damit praktizierte Sexismus betreffen nicht nur die Frage der Weiheämter, sondern auch die umfassende Glaubwürdigkeit der Institution. Trotz pathetischer Beteuerungen des Gegenteils werden Frauen schon durch die Diskussion ihrer „besonderen Berufung“ und der bekannten Weiheverbots-Argumente diskriminiert. Deshalb können in geistlicher Autorität handelnde Gemeinden und Gemeinschaften im Namen Jesu souverän auf solche absurden Diskussionen verzichten, denn in Sachen christlicher Freiheit und Berufung gibt es zwischen Mann und Frau keinen signifikanten Unterschied (Gal 3,28).


IX. Nächste Schritte
24. Kein Erneuerungsprozess beginnt am Nullpunkt. Der Aufruf zu eigenverantwortlichen Gemeinden soll zu keiner neuen Organisation führen, sondern die vielen reformorientierten Gemeinden, Gemeinschaften und Gruppieren dazu anregen, ihre Reformgedanken und Reformziele kritisch zu schärfen und sich im Sinne dieses Appells gezielter zu vernetzen.

25. Ziel ist es, in den reformorientierten Gemeinden und Gemeinschaften die aktuellen Reformaktivitäten und Reformkonflikte vor dem Hintergrund einer entschlossenen Machtkritik neu zu besprechen, zu bewerten und im Vergleich mit der Situation anderer Gemeinden einzuordnen. Es soll klar werden: Jede Gemeinde, die nach sorgfältiger Überlegung und bestem Gewissen im Geiste Jesu handelt, lebt aus einer Autorität, die ihr nicht wegkontrolliert oder abgesprochen werden kann.

26. In den reformorientierten Gemeinden und Gemeinschaften sollte es von Anfang an gelingen, die oft verdeckten Unterschiede zwischen einer ambivalenten Kompromiss- und einer konsequenten Gesinnungshaltung zu markieren. Die erste Haltung ist auf Konsens bedacht, führt in der Regel jedoch zu repressiven Reaktionen und versucht, die Erneuerer als lästige und kirchenkritische Bittsteller zu desavouieren. Die zweite Haltung orientiert sich an einer unbestechlichen Klarheit, die zwar die Diskussionen erschwert, aber die verschleierten Motive und Grundhaltungen offenlegt.


27. Damit diese Konsequenz nicht zur Rechthaberei führt, sollte sie spirituell reflektiert und abgesichert werden. Ein neuer Klerikalismus an der Basis ist unerwünscht.
28. Deshalb sollten Erneuerungskonzepte und entsprechende Aktionen nicht als abstrakte Prinzipiendiskussionen hochstilisiert werden. Es geht darum, konkrete Verhältnisse zu verändern und sich für die Korrektur genau beschriebener Missstände einzusetzen und konkrete Fälle darzulegen. Die reformorientierten Gemeinden und Gemeinschaften argumentieren auf der Grundlage ihrer eigenen Erfahrungen eines rasanten Glaubwürdigkeitsverlusts der gemeinsamen Sache.


29. Angesichts einer weithin säkularisierten Kultur empfiehlt sich in der Argumentation eine Doppelstrategie. Innerchristliche bzw. innerkirchliche Gründe konfrontieren die Insider mit ihrer eigenen Denkwelt. Human und menschenrechtlich orientierte Überlegungen stellen die gesellschaftspolitische Bedeutung der Reformziele heraus. Sie zeigen, dass innerkirchliche Verhältnisse immer auch stellvertretend für gesellschaftliche Zustände und Ereignisse stehen.


30. Eigenverantwortliche Gemeinden betrachten ihre Bischöfe und andere kirchenleitende Organe nicht als Konkurrenten oder Feinde. Langfristiges Ziel sind kontinuierliche Gesprächsorgane, die sich über aufbrechende Konfliktpunkte austauschen. Doch setzen dieseGespräche die unbestreitbare Autorität der Gemeinden voraus. Sie begegnen den Kirchenleitungen bedingungslos auf gleicher Augenhöhe und in unbedingter Transparenz.

31. Gemeinden eigener Autorität gehen davon aus, dass die jeweils anstehenden W ahlen der Ortsbischöfe unter fairer und signifikanter Mitwirkung der Gemeinden stattfinden. Andernfalls haben diese Bischöfe keine Anerkennung verdient. Dieser Anerkennungsentzug wäre kein Akt der Kirchenspaltung von Seiten des Kirchenvolkes, sondern die Folge seiner Missachtung, also eine Kirchenspaltung von oben. Es ist besser, solche Bruchlinien offenzulegen, als auf Kosten einer allgemeinen Glaubwürdigkeit zu verschweigen. Bei der Wahl und Einsetzung von gemeindeleitenden Personen gelten analoge Grundsätze.


X. Schluss
32. Genau genommen ist das Modell von Gemeinden in selbständiger Autorität nicht neu. Ansatzweise gibt es sie in vielen, ausgeprägt vor allem in deutschsprachigen Ländern. Angesichts des aktuellen Zusammenbruchs der klassischen Seelsorge in ungezählten Bistümern führen neue, eigenverantwortliche katholische Gemeinden, oft auch ökumenisch ausgerichtet, nicht zum Niedergang der katholischen Kirche, sondern zum Aufblühen einer neuen Kirchengestalt, die zu einer neuen Gegenwart der christlichen Botschaft und Lebenspraxis in unserer Gesellschaft führt.


33. Deshalb ist dieser Aufruf auch an die kirchenleitenden Organe gerichtet, damit auch sie die Zeichen der Zeit erkennen und entdecken, welchen Rettungsanker sie in dieser Zeit des grassierenden Kirchenverlusts ergreifen können.


Tübingen, an Ostern 2020


Hermann Häring

Nachwort
Um Impulse zur Eigenverantwortung der Gemeinden habe ich Hermann Häring ursprünglich
im Hinblick auf das Vernetzungsgespräch deutschsprachiger Reformgruppen gebeten, das am
30. März 2020 in Luzern hätte stattfinden sollen – wie jedes Jahr im Umfeld der Preisverleihung
der Herbert Haag Stiftung für Freiheit in der Kirche. Wegen Corona-bedingter Verschiebung
habe ich ihn eingeladen, seine Überlegungen zu Papier zu bringen.
Ich danke Hermann Häring herzlich und freundschaftlich, dass ich diese fundamentalen Über-
legungen zur Freiheit in der Kirche nun zum Abschluss meiner Präsidentschaft am 30. April
2020 allen Freundinnen und Freunden der Herbert Haag Stiftung zukommen lassen darf.

 

 

Uster / Luzern, Ende April 2020
Erwin Koller


Zum Autor:
Hermann Häring, geboren 1937, war von 1970 bis 1980 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für ökumenische Forschung Tübingen unter Leitung von Hans Küng. 1980 trat er eine Professur für systematische Theologie an der Universität Nijmegen (Niederlande) an, bevor er dort 1999 Professor für Wissenschaftstheorie und Theologie wurde. Seit 2005 ist Häring emeritiert.

 

 
What do you want to do ?
New mail
 
What do you want to do ?
New mail

Weihnacht h150Die Zeit ist eigenartig. Dierses Jahr sind wir auf sozial dstancing. Dabei ist das Fest Wehnachten eines das Nähe rezeugt.

Nachstehdn Gedankendes Biblikers Wiilu Buners

Wenn Gott zu Besuch kommt

In einem Interview mir dem Internetportal katholisch de stellt die Deutsche Dogmatik-Professorin Johanna Rahner fest, dass die Weihe pstoral hndelnder Personen, die im Auftrag der Kirche handeln und in persona Christi  alle geweiht  werden müssten. Hier ist die Kirche nicht konsequent. Bei der Frauen Priesterweihe könnte auch stufenweise vorgegangen werden. Zuerst das Diakonat und dann die Priesterinnen weihe. Und en müsse nicht weltweit gleichzeitig eingeführt werden. Damit könnten die Spannungen bei der Einführung gemildert werden. Das ist ein weiterer fundierter Vorstoß für die Priesterinnen weihe!!

Rahner Johanna dogmatik 150
"Die Frauenfrage hat Sprengpotential"

Berufung - Papst Johannes Paul II. hat die Frage nach der Priesterweihe von Frauen für beendet erklärt. Zu Unrecht, meint die Dogmatikerin Johanna Rahner. Es gebe auch Argumente für das Priestertum der Frau.

Von Madeleine Spendier | Bonn - 04.05.2017

Frage: Frau Rahner, Sie sind verwandt mit dem Theologen Karl Rahner?

Rahner: Ja, über sieben Ecken, so weit, dass es schon nicht mehr so richtig wahr ist…

Frage: Ist es für Sie ein Auftrag, das theologische Erbe Karl Rahners weiterzugeben?

Weihnacht 150Hph Stauber schwarz 150Die Weihnachtsbotschaft macht uns aufmerksam, HEUTE ist der Retter geboren, nicht vor 2000 Jahren. Auch wenn wir uns immer wieder auf dieses Datum beziehen.

Wir stehen wieder vor Weihnachten dem Fest der Geburt Jesu. Es ist ein freudiges Fest. Geburt ist doch fast immer ein freudiges Ereignis, wenn ein(e) neue(r) Erdenbürger (in) zur Welt kommt. Gerade in einer Zeit die durch Corona doch etwas getrübt ist und die sozialen Kontakte erschwert oder sogar verhindert werden. Bei einer Geburt kommt man und frau zusammen um das Kind zu begrüßen. Viele gute Vorsätze gibt es, wie das Leben des kleinen Kindes schön und erfreulich gestaltet werden könnte. Nicht alles gelingt.

Hph Stauber schwarz 150kirche in klWeder einmal wird über das gesellschaftspolitisch brisante Thema Sterbehilfe in unsrem Land diskutiert. In einem Land, indem vor 80 Jahren behinderte Menschen oder Menschen bestimmter Rassen willkürlich industriell getötet wurden. In den Niederlanden, in Belgien, in der Schweiz und seit einem Jahr auch in Deutschland ist diese Form des Lebensendes möglich. Die Tötung auf Verlangen oder die Beihilfe zum Suizid, sind in diesen Ländern unter bestimmten Bedingungen straffrei.
Vier Antragsteller, darunter der Schweizer Sterbehilfe Verein „Dignitas“ sind an den Verfassungsgerichtshof (VfGH) in Österreich herangetreten und haben die Auffassung vertreten, dass die §§§77 Tötung auf Verlangen und 78 des Strafgesetzbuches Mitwirkung bei einem Selbstmord, nicht verfassungskonform und außerdem EU-rechtswidrig seien. Mit einer Aufhebung durch den VfGH dieser Strafrechtsparagraphen glauben sie den Weg frei zu haben, das Lebensende selbst frei bestimmen zu können. Sie vertreten die Ansicht, in einer freien demokratischen Gesellschaft,, müsse die Autonomie der Einzelnen so weit gehen, dass sie das Lebensende selbst bestimmen können und nicht auf den Tod warten müssten. Gerade dann , wen die Phasen des nahenden Lebensendes mit starken Schmerzen und/ oder mit Hilflosigkeit und einem hohen Betreuungsaufwand, Unselbständigkeit verbunden sind. Die Achtung der Würde der Menschen verlange es, dass jede und jeder selbst autonom entscheiden können müsse, wie und wann er oder sie ihrem Leben ein Ende setzen könne.

kng hans dpa klHaering Hermann3 120
Hermann Häring ist einer der treusten Schüler und Begleiterer von Hans Küng, Er  greift die Geschichte der Amtsenthebung von Hans Küng vor 40 Jahren auf und erkärt Motive und Auswirkungen der Tat.
Rom wollte Küng mundtot machen und bis heute ist er lebendig und gefragt wie ehedem.Trotz Tötung lebt Hans Küng, wie sein großes Vorbild Jesus Christus . Deshalb ist er nicht nur der bedeutendste Theologe unserer Zeit sonden auch Zeichen des „Christlichen“ an sich. Die Kirchenleitung wollte ihn mundtod machen, er aber lebt bis heute und istmit seiner Theologie sehr gefragt!

Unter dem Titel „Warum ich katholisch bleibe“ hat Hermann Häring der Ereignisse vor 40 Jahren gedacht. Lesen Sie nachstehend seinen Artikel.
„Warum ich katholisch bleibe“ Zum Missio-Entzug von Hans Küng vor 40 Jahren

Hph Stauber schwarz 150ikirche inm Rahmen ihrer letzten Sommervollversammlung, bei der auch der neue Vorsitzende gewählt wurde, haben die Bischöfe beschlossen einen Relaunch der Katholischen Sozialakademie (ksoe) vornehmen zu lassen, sie soll inhaltlich und strukturell neu aufgestellt werden. Skeptisch lässt Beobachter die Begleitmusik werden. Es sollen nämlich die Mitarbeiter, die teilweise bereits Jahrzehnte hervorragende Arbeit leisten ausgetauscht werden. Als Begründung wird in der Öffentlichkeit einzig fehlende Finanzmittel genannt. Und das kann nicht stimmen. Hier sollten sich die Bischöfe nochmals das Buch Exudus durchlesen und vielleicht auch den Katechismus der Katholischen Kirche zu Rate ziehen, was unter dem 8. Gebot alles verstanden wird. Dazu zählt auch, den Ruf anderer nicht zu schädigen, was leider in der Kirche allzu oft passiert und die Bischöfe mit der Katholischen Sozialakademie aber machen. Es fehlte jedes Wort des Dankes an die Mitarbeiter, die nun hoffentlich von den Bischöfen in ihrer nicht immer leichten Arbeit gestärkt werden. Immer hin ist die KSÖ ein Beratungsorgan der österreichischen Bischofskonferenz.

Lackner Franz 150Ischeuer manfred 3 150m Rahmen ihrer letzten Tagung in Mariazell hat die österreichische Bischofskonferenz am 16. JUni 2020  die Ablöse von Kardinal Schönborn vollzogen. Der Wiener Erzbischof war im Jänner dieses Jahres 75 und hat daher nach dem Kirchenrecht seinen Rücktritt angeboten. Franziskus hat ihn ersucht, als Diözesanbischof noch weiter im Amt zu bleiben. Als Vorsitzender der österreichischen Bischofskonferenz ist es aber zurückgetreten. Die Bischöfe haben seinen bisherigen Stellvertreter, Erzbischof Franz Lackner aus Salzburg, zum neuen Vorsitzenden und Manfred Scheuer aus Linz zu seinem Stellvertreter gewählt.