Bereits wenige Wochen nach seiner Wahl zeigt Franziskus auf welchem Weg er die Kirche führen will. Radio Vatikan berichtet am 4. Mai 2013 über seine Predigt bei der Mogenmesse in der Casa Santa Marta. Darin ruft der Bischof von Rom auf, nicht gegeneinander aufzutretensondern gelassen, miteinander den Weg Jesu zu gegehn.

 

Papst Franziskus: Habt keine Angst vor dem Hass der Welt

04/05/2013

Bleiben wir stets sanft und demütig, um die Schmeicheleien und den Hass der Welt zu besiegen. Das ist die zentrale Botschaft der Morgenmesse des Papstes an diesem Samstag in der Casa Santa Marta, auch heute wieder mit Angehörigen der Schweizer Garde, denen der Papst seine Dankbarkeit für ihren Dienst ausdrückte. In seiner Predigt ging Papst Franziskus auf den Kampf zwischen der Liebe Christi und dem Hass des ‚Herrn der Welt’ ein. Der Weg der Christen sei der Weg Jesu – deshalb müsse man darauf gefasst sein, wie er selbst von der Welt gehasst zu werden, dürfe sich aber nicht vor Verfolgungen fürchten:

„Der Weg der Christen ist der Weg Jesu. Wenn wir Jünger Christi sein wollen, gibt es keinen anderen Weg: den, den er vorgegeben hat. Und eine der Konsequenzen daraus ist der Hass, der Hass der Welt, aber auch des Herrn der Welt. Die Welt würde das lieben, das weltlich ist. ,Ich habe euch aus der Welt erwählt´: es war er, der uns von der Welt erlöst hat, der uns erwählt hat: reine Gnade! Mit seinem Tod, mit seiner Auferstehung, hat er uns von der Macht der Welt befreit, von der Macht des Teufels, von der Macht des Herrn der Welt. Und der Ursprung des Hasses ist genau das: Wir sind gerettet. Und dieser Herr der Welt, der das nicht will, der nicht will, dass wir gerettet sind, hasst.“

Daraus resultiere letztlich die Verfolgung der Christen, bis in die heutige Zeit. Es gebe viele christliche Gemeinschaften, die auf der Welt verfolgt werden, heute vielleicht mehr als in der Anfangszeit, so Papst Franziskus. Denn der ‚Geist der Welt’ hasse. Doch wir dürften uns nicht vom rechten Weg abbringen lassen, mahnt der Papst:

„Mit dem Herrn dieser Welt kann man nicht reden: Das muss klar sein! Heute ist der Dialog zwischen uns nötig, nötig für den Frieden. Der Dialog ist ein Verhalten, das wir unter uns an den Tag legen müssen, um uns zu hören, zu verstehen… Der Dialog entsteht aus der Nächstenliebe, aus der Liebe. Aber mit diesem Herrn kann man nicht sprechen: nur mit dem Wort Gottes antworten, das uns verteidigt, weil die Welt uns hasst. So hat sie es mit Christus getan, und so wird sie es mit uns machen. ,Schau mal, mach das doch, es ist nur ein kleiner Betrug, da ist doch nichts dabei, und sie fängt an, uns auf eine Straße zu führen, die ein wenig unrecht ist und es fängt immer mit wenig an, oder nicht? Und: ,Du bist fähig, du kannst das machen´. Das ist schmeichelhaft, und mit Schmeicheleien macht man uns weich. Mach das so! Und wir tappen in die Falle.”

Die einzige Verteidigung gegen diese Angriffe sei das Wort Gottes, aber nicht, um es im Dialog zu gebrauchen, sondern um es stets präsent zu haben und den Schmeicheleien, den fortwährenden Angriffen, mit Stärke entgegen zu setzen. Papst Franziskus schloss seine Predigt mit einer Bitte an die Gottesmutter, auf dass „sie uns helfe, demütig und sanft auf dem Weg Christi zu werden“.

(rv 04.05.2013 cs)