Aslan Ednan 120Potz R 120Gestern, Mittwoch, 11. März 2015, sprachen Richard Potz und Ednan Aslan zum neuen Islamgesetz. Die Diskussion fand auf Einladung des Forums Glaube und Zeit statt.

In der Begrüßung verwies der Präsident des Katholischen Akademikerverbandes Wien, Wolfgang Kautek, auf die die geschichtliche Tradition Österreichs mit den „Bosniakischen Muslimen“, wie sie in der Monarchie genannt wurden. Sie galten in der K&K Armee als treu und loyal. In einem späteren Statement unterstrich Kautek den Wunsch, weiterhin mit Muslimen in Frieden und wohlwollendem Miteinander zu leben.

Der em. Rechtsprofessor der Uni Wien, Potz, stieg ebenfalls in die Geschichte ein und unterstrich die Notwendigkeit eines neuen Islamgesetzes, weil das bisherige aus dem Jahre 1912 nur „rudimentär“ gewesen sei. Gleichzeitig nannte er aber auch Kritikpunkte, weil es sich um eine Vermischung von Religions-, Sicherheits- und Polizeigesetz handle in dem zusätzlich einzelne Passagen verfassungswidrig seien.

Positiv äußerte sich zum Islamgesetz der österreichisch-türkische Professor für islamische Religionspädagogik an der Uni Wien, Ednan Aslan. „Auch wenn es jetzt Einzelnen weh tue, das Gesetz gibt Rechte, um die Jahrelang erfolglos gekämpft wurde und eröffne Chancen, sich aus bisher dominantem Einflussbereich nicht europäischer Staaten zu emanzipieren und einen Islam europäischer Prägung zu leben.“

Aslan beschmutze den den Islam, kritisierten junge Muslimas. Zusätzlich stelle das Islamgesetz die Muslimen in Österreich unter einen Generalverdacht, obwohl auch sie der Gewalt kritisch gegenüber stünden. Der Religiospädagoge verwies darauf, dass bereits bei den Vorarbeiten das Interesse am Islamgesetz – auch international – sehr groß war. Getrübt wurde dieser Effekt einerseits durch Falschinformationen und andererseits durch der Sache nicht dienliche Unterstellungen und Gerüchte. So wurde ihm von einem Kollegen in Australien Asyl angeboten, weil dieser von lebensbedrohender Verfolgung Aslans gehört habe.

Der Islamgelehrte beantwortete alle Fragen – auch jene, die Unterstellungen enthielten – sachlich und ersuchte darum, die Diskussion auf Argumenten basierend zu führen. Nur so, nämlich gemeinsam könne der Islam zeitgemäß europäisiert werden und aus den Kleid vergangener Jahrhunderte schlüpfe um mit den anderen Religionen in einen Diskurs einzutreten.

Hier einige Links zu interessanten Beiträgen:

Stellungnahme von Ednan Aslan zum Islamgesetz:

Die Presse: Religionspädagoge Aslan: "Islam benötige Freidenskonzepte"

Profil: Islam-Theologe Ednan Aslan: "Wir haben diese Ideologie gesät, jetzt ernten wir die Früchte"

Wiener Zeitung: Unter Verrätern

Die Zeit: Der Islam wird heimisch

Die Zeit: Diese Gewalt wird gepredigt