Rathgeb Elisabeth 120Prüller Jagenteufel Veronika 120Hennesberger Anna 120Greiner Lucia 120Eder Cakl Gabriele 120Mehr Frauen sollen in den Vatikan. Das beschloss diese Woche der Franziskus beratende Kardinalsrat (K 9).

Die erste Frau als Leiterin eines Pastoralamtes war Elisabeth Rathgeb in Innsbruck. Der damalige Bischof von Innsbruck, Manfred Scheuer, ernannte sie am 1. September 2004. 2010 folgte ihr Veronika Prüller-Jagenteufel in Wien. Sie ist außerdem als einzige Frau Mitglied im Bischofsrat der Erzdiözese. Alois Schwarz bestellte als nächster die in Niederbayern aufgewachsene Anna Hennersperger in Kärnten zur Chefin des Pastoralamtes. Ebenfalls neu in dieser Funktion ist die auch aus Bayern stammende Lucia Greiner in Salzburg. Und nun Gabriele Eder-Cakl in Linz.

Diese Praxis, die einmal begonnen wurde, dehnt sich zwar sehr langsam aber doch weiter aus. Eder-Cakl spricht von Priesterinnen, die sie sich vorstellen könne, doch müsse diese Entscheidung "ein Konzil oder der Papst" treffen, berichtet Kathpress. Jedenfalls ein Weg, der konsequent fortgesetzt werden muss.

„Weniger klerikal, internationaler, mit einem höheren Anteil an jungen Leuten und an Frauen“: So wünscht sich der Kardinalsrat des Papstes das Personal des Vatikans. Auf seiner 21. Sitzungsrunde von Montag bis Mittwoch hat darum der Rat, der kurz K-9 genannt wird, auch über mögliche Änderungen bei der Auswahl des Personals beraten. Das berichtet Radio Vatikan. Ansonsten ging es nach Auskunft des vatikanischen Pressesaals bei den Kardinalsberatungen um den allgemeinen Stand der Kurienreform.


 

Kathpress berichtet:

Neue Linzer Pastoralamtsleiterin: Kirche wird weiblicher

Pastoralamtsleiterin Gabriele Eder-Cakl

Theologin Eder-Cakl im "OÖN"-Interview: "Dass ich hier als Direktorin sitze, ist ein Zeichen, dass Frauen einen Platz haben in der Kirche"

Linz, 12.09.2017 (KAP) Große Zuversicht hinsichtlich der Aufwertung der Rolle von Frauen in der katholischen Kirche signalisiert die neue Pastoralamtsleiterin der Diözese Linz, Gabriele Eder-Cakl. Es tue sich diesbezüglich in der Kirche "sehr viel" und "in großer Bandbreite", sagte die 47-jährige Theologin im Interview mit den "Oberösterreichischen Nachrichten" (Dienstagausgabe). Papst Franziskus signalisiere viel Wertschätzung für Frauen, indem er etwa Maria Magdalena als Apostolin bezeichne und eine Kommission zum Frauendiakonat eingesetzt habe. Sie selbst wünsche sich, dass eines Tages katholische Diakoninnen oder auch Priesterinnen geweiht werden, sagte Eder-Cakl auf Nachfrage der Zeitung, doch müsse diese Entscheidung "ein Konzil oder der Papst" treffen.

Auch in der Kirche in Österreich sei einiges in Bewegung, betonte die seit 1. September offiziell amtierende Pastoralamtsleiterin: "Dass ich hier als Direktorin sitze, ist ein Zeichen, dass Frauen einen Platz haben in der Kirche." Eder-Cakl erinnerte, dass auch in Innsbruck (Elisabeth Rathgeb), Wien (Veronika Prüller-Jagenteufel), Klagenfurt (Anna Hennersperger) und Salzburg (Lucia Greiner) die diözesanen Seelsorgeämter mittlerweile von Frauen geleitet werden. In der Diözese Linz laufe seit 20 Jahren ein Gleichstellungsprojekt für Frauen in Führungspositionen. "Langsam werden wir weiblich. Es ist gut, dass man auf das vertraut", betonte Eder-Cakl.

Heutige Einsatzgebiete für Frauen in der katholischen Kirche seien etwa die "fundierte theologische Forschung" oder auch die "gute seelsorgliche Arbeit", wie dies bereits seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil praktiziert werde. Führungsaufgaben könnten Frauen wie Männer genauso gut wahrnehmen. Entscheidend sei hier, "für die Sache zu brennen, die Menschen zu mögen, gute Personalpolitik zu machen und eine Hand für das Budget zu haben", so die Pastoralamtsleiterin.

Sie selbst wolle in ihrer neuen Aufgabe "die Menschen wahrnehmen, wie sie wirklich leben", sagte die Theologin an. Dazu gehöre auch, Antworten zu geben auf das sich wandelnde Verhältnis zur Kirche: Viele Menschen würden zwar am Sonntag nicht mehr zum Gottesdienst kommen, "trotzdem suchen sie den Segen für ihr Kind oder brauchen Trost und Hilfe". Wichtig sei es, ein "Andocken an die Kirche" zu ermöglichen und dafür Formen zu finden.

Große Bedeutung misst die Pastoralamtsleiterin auch dem Religionsdialog zu. Der Kontakt zu Judentum und Islam sei "Gebot der Stunde", wofür sie sich weiter einsetzen wolle. Auch Bildungsangebote hätten hier große Bedeutung, so die Theologin, die zuvor die Kommunikation der Diözese und zuletzt das "Haus der Frau" geleitet hatte: "Die Menschen wollen wissen, was den Islam wirklich ausmacht. Damit denken sie auch darüber nach, was das Christentum ist." Gesellschaftspolitisch sei es Aufgabe von Religionsgemeinschaften, "Farben ins Schwarz-Weiß-Denken zu bringen und damit einer Polarisierung entgegenzuwirken".

Die gebürtige Linzerin Eder-Cakl studierte in Salzburg und Tübingen Theologie und absolvierte eine Managementausbildung. Zunächst arbeitete sie als Religionslehrerin und Pastoralassistentin sowie als freie Mitarbeiterin für den ORF. Ab 2004 war Eder-Cakl zehn Jahre lang in der Medienarbeit der Diözese Linz tätig, zuerst als Pressereferentin, von 2010 bis Ende 2014 als Leiterin des diözesanen Kommunikationsbüros. 2015 wechselte sie zum "Haus der Frau" der Katholischen Frauenbewegung. Eder-Cakl ist verheiratet mit dem Obdachlosen-Seelsorger und Dekanatsassistenten Helmut Eder. Die beiden haben drei jugendliche Töchter.