Driessen Reding Franziska 120Erstmals hat der Synodalrat der Katholischen Kirche im Kanton Zürich eine Frau zu seiner Präsidentin gewählt. Mit Franziska Driessen-Reding steht zum ersten Mal in der Geschichte eine Frau an der Spitze einer Zürcher Landeskirche. Das Netzwerk: zeitgemäß glauben gratulierte.

Mitte April wurde die 48jährige bisherige Vize-Präsidentin und Migrantenseelsorgerin vom katholischen Kirchenparlament als Nachfolgerin des aus persönlichen Gründen zurückgetretenen 65jährigen Juristen Benno Schnüriger gewählt.

Wie sehr demokratische Prozesse auch in der Kirche Platz haben können zeigt diese Entscheidung. Driessen-Reding erhielt 54 Stimmen. Ihr unterlegener Konkurrent Daniel Otth, ein ehemaliger Banker, 41. Er war von der Niederlage zwar enttäuscht, lobte aber den fairen Wahlkampf.

Die aus Opfikon stammende neue Präsidentin will sich für die Anerkennung anderer Religionsgemeinschaften und eine offene katholische Kirche einsetzen. Zusätzlich sagte sie: «Jetzt können wir für die Frauen ein Zeichen setzen. Aber laut zu poltern, bringt nichts, dafür ist die katholische Kirche zu alt.» Auch wir machen ein leises Statement.

Driessen-Reding übernimmt Ende Juni dieses Jahres die Nachfolge von Benno Schnüriger. Er tritt ein Jahr vor Ablauf der Amtsdauer 2015-2019 zurück. Die neue Präsidentin sagte nach der Wahl: «Ich bin sehr erfreut, fühle mich geehrt, ein wenig überwältigt. Ich freue mich auf die weitere Arbeit mit meinen Kolleginnen und Kollegen im Synodalrat und darauf, als Mitglied der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) im Gespräch mit der Bischofskonferenz auch auf nationaler Ebene etwas bewegen zu können.»

Franziska Driessen-Reding wohnt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Opfikon, wo sie auch in der Gemeindepolitik tätig ist. Seit 2011 ist sie Mitglied im Synodalrat. Aktuell ist sie in der Exekutive für das Ressort Migrantenseelsorge verantwortlich und seit 2015 auch Vizepräsidentin.