Pawlowsky 2018 07 03 120 In der Causa Alois Schwarz konstatiert die "Laieninitiative" weiterhin das Prinzip: "Vertuschung und Versetzung". Darauf und auf die jahrelange Forderung nach Mitbestimmung der Gläubigen in der Diözese bei den Bischofsernennungen, hat der Stellvertretende Vorsitzende Peter Pawalowsky hingewiesen.

Die Forderung nach Mitbestimmung wurde in der jüngeren Vergangenheit bei der Ernennung Kurt Krenns zum Weihbischof in Wien (1987) wieder aktuell. Damals hat das "Forum Kirche ist Gemeinschaft" in Wien dieses Prinzip in Erinnerung gerufen und ein "Diözesankonklave" als Lösung vorgestellt. Der konkrtete Vorschlag beruhte auf dem Prinzip aus dem ersten Jahrtausend der Kirchengeschichte: ‚Quod omnes tangit ab omnibus tractari debet – Was alle angeht, muss von allen besprochen werden‘.“ Die Herausforderungen der Zeit, daraus abgeleitet ein Anforderungsprofil und einen Dreiervorschlag sollte ein Diözesankonklave erarbeiten. Eine Zusammenfassung!

"Vertuschung und Versetzung

Die Vorgänge um die Amtsführung von Bischof Alois Schwarz in Kärnten zeigen einmal mehr, dass die römische Kirche noch immer auf Vertuschung setzt. Die Vorwürfe waren seit Jahren bekannt und es wurde offiziell darüber geschwiegen. Die Versetzung des Bischofs nach St. Pölten brachte keine Lösung. Als das Domkapitel die Fehlleistungen des Bischofs in Kärnten aufdeckte, versuchte Rom die Veröffentlichung des Berichts darüber zu verbieten. Jetzt soll der Salzburger Erzbischof die Vorwürfe untersuchen und nach Rom berichten. Ob die Öffentlichkeit darüber etwas erfahren wird, ist nach wie vor unsicher. Die vom Missbrauchs-Skandal bekannte Taktik: „Vertuschung und Versetzung“ wird von Rom immer noch angewendet.

Kein Bischof ohne Zustimmung der Diözese

Die Laieninitiative fordert seit Jahren, dass die Berufung von Bischöfen mit Laien und Klerus der betroffenen Diözese abgestimmt werden muss. Diese Forderung kann sich auf eine Jahrhunderte lange Praxis in der Kirche berufen. In Österreich wären dadurch mehrere fatale Bischofsernennungen (z.B. Groër und Krenn) verhindert worden. Nur durch Transparenz bei Ernennung und Amtsführung von Bischöfen kann die beschädigte Glaubwürdigkeit der Kirche zurückgewonnen werden."

Dr. Peter Pawlwosky