Buechele Herwig 120Riedlsperger Alois 120Schlagnitweit Markus 120Holztrattner Magdalena 120Die Katholische Sozialakademie feiert kommenden Freitag ihr 60 jähriges Bestehen im Kardinal König Haus. Sie ist eine Einrichtung der Kirche die zeitnahe Sorgen und Nöte der Menschen kennt und die Grundsätze der Jesusbotschaft klar darlegt. Das betrifft die arbeitenden Menschen mit dem gerechten Lohn, der Absage jeder Form der Ausbeutung, dem Vorrang des Menschen vor dem Kapital oder einer geschlechtergerechten Gesellschaft oder der menschenwürdigen Aufnahme zu uns geflüchteter Menschen.

Dafür ist allen heutigen und früheren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dieser wichtigen Einrichtung herzlich zu danken. Stellvertretend nennen wir die gegenwärtige Leiterin und die vormaligen Leiter dieser Einrichtung: P. Walter Riener SJ (1958 – 1972), P. Dr. Herwig Büchele SJ (1972 – 1983), P. Dr. Alois Riedlsperger SJ (1983 - 2005; 2009- 2013), Dr. Markus Schlagnitweit (2005-2009), Dr.in Magdalena M. Holztrattner MA (seit 2013)

Kardinal Schönborn würdigt Arbeit der Katholischen Sozialakademie Österreichs

Bischofskonferenz-Akademie fördert seit 60 Jahren sozialethisches Denken und Handeln.
Bischof Michael Bünker und Metropolit Arsenios Kardamakis betonen Bedeutung der ksoe für Ökumene und Einsatz für Menschenwürde. Caritas-Präsident Landau: ksoe ist Stimme der Armen
ksoe-Direktorin Holztrattner: Einsatz für ein gutes Leben für alle.

„Der Einsatz für eine gerechtere und friedlichere Welt ist eine der drängendsten Aufgaben unserer Zeit. Die ksoe leistet einen kostbaren Beitrag, die katholische Soziallehre zu erforschen, zu verbreiten und Menschen zu sozial-ethischem Handeln zu befähigen“, schreibt Kardinal Christoph Schönborn anlässlich der 60-Jahr-Feier der ksoe (Kath. Sozialakademie Österreichs), die am 29.3. in Wien begangen werden wird. „Wir leben in einer Welt, in der Ungleichheit, Armut und die Zerstörung von Lebensbedingungen zunehmen. Als Christen sind wir dazu berufen, an einer gerechteren Gesellschaftsordnung mitzuarbeiten und uns nach Kräften dafür einzusetzen, dass alle Menschen in Würde leben können.“

Haltungen und Verhältnisse ändern

Seit 60 Jahren komme der „ksoe als Einrichtung der Österreichischen Bischofskonferenz“ ihrem Gründungsauftrag nach, die katholische Soziallehre zu erforschen, zu verbreiten und in die Praxis umzusetzen, so der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz. Kardinal Christoph Schönborn: „Ich danke der ksoe herzlich für ihr sozial-ethisches Engagement, für das umfassende Angebot an Kursen, Fortbildungen und Beratung, für Forschungsprogramme und für so wichtige Initiativen wie die Allianz für den freien Sonntag. Dadurch ermutigt sie Menschen, persönliche Haltungen und Verhaltensweisen zu ändern und die Verhältnisse so mitzugestalten, dass das Zusammenleben aller Menschen in Friede und Gerechtigkeit gelingen kann. Möge die ksoe weiterhin viele Menschen dazu befähigen, sich für gerechtere Strukturen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft einzusetzen.“

Sozialverkündigung und soziale Gewissensbildung

Der für die ksoe zuständige Referatsbischof Dr. Werner Freistetter (Österreichische Bischofskonferenz) sagt im Vorfeld der Jubiläumsfeier: „60 Jahre Katholische Sozialakademie Österreichs verweisen auf eine große Aufgabe: Evangelium und katholische Soziallehre den Menschen nahe zu bringen und für eine Zukunft in Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität fruchtbar zu machen.“ Als Einrichtung der Österreichischen Bischofskonferenz habe die ksoe für die gesamte Katholische Kirche in Österreich eine besondere Bedeutung, nämlich in der „Sozialverkündigung“, so Freistetter. Die ksoe wecke das Verständnis dafür, dass der christliche Glaube untrennbar verbunden ist mit dem Einsatz für Gerechtigkeit und Solidarität. Die ksoe leiste einen wesentlichen Beitrag zur „sozialen Gewissensbildung“ Einzelner wie auch der Gesellschaft. Dazu habe die ksoe gerade auch mit den großen Diskussionsprozessen zum Sozialhirtenbrief der Bischöfe und zum Ökumenischen Sozialwort beigetragen. Freistetter: „Die ksoe ist eine kritische Stimme der Kirche. Für Kirche und Gesellschaft entwickelt die ksoe fundierte Stellungnahmen und Expertisen zu gesellschaftlichen Fragen. Sie betreibt Forschungsarbeit, etwa im Rahmen der P. Johannes Schasching SJ-Fellowship – einer sozialethischen Forschungsstelle an der ksoe - , und gibt damit wichtige Impulse für das Verständnis der Soziallehre und für deren Weiterentwicklung. Mit ihren Angeboten für Unternehmen und non-profit-Organisationen – etwa im Themenfeld „Führung und Partizipation“ - trägt die ksoe dazu bei, die Soziallehre in die Praxis umzusetzen und Führungskräfte, Teams und Organisationen zu entwickeln.“

Stimmen aus Ökumene und Caritas

Zum 60-Jahr-Jubiläum haben sich auch Dr. Michael Bünker (Bischof Evang. Kirche A.B.) und Metropolit Arsenios Kardamakis (Vorsitzender der orthodoxen Bischofskonferenz) zu Wort gemeldet.

Bischof Bünker würdigt die Verdienste der ksoe um das Ökumenische Sozialwort: „60 Jahre ksoe! Das sind 60 Jahre in kirchlicher Bildungsarbeit, um Menschen kompetent zu machen für die sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen, vor denen sie stehen. Sie sollen zu Subjekten der eigenen Geschichte werden, sich für ihre eigenen Rechte und für alle Schwachen und an den Rand Gedrängten einsetzen können. Das ist die prophetische Tradition, die die Bibel durchzieht und die bei Jesus von Nazareth ihre besondere Ausprägung findet. Ihr sind auch die Kirchen verpflichtet. Im Ökumenischen Sozialwort von 2003, das es ohne die ksoe nicht geben würde, wird das in ungebrochener Aktualität dokumentiert.“

Metropolit Arsenios Kardamakis: „Die Katholische Sozialakademie Österreichs trägt dazu bei, die unbedingte Würde des Menschen im gesellschaftlichen Alltag hochzuhalten und zeigt gleichzeitig die Notwendigkeit des kirchlich-christlichen Engagements, denn im Menschenbild offenbart sich immer auch unser Gottesbild. Als Christen sind wir aufgerufen, die Erfahrung eines unbedingt liebenden und rettenden Gottes im Umgang mit unseren Mitmenschen und unserer Umwelt erfahrbar werden zu lassen.“

Caritas-Präsident Michael Landau würdigt die Arbeit der ksoe als Stimme der Armen: „Kirche heute muss missionarisch sein. Sie muss, wie es Papst Franziskus sagt, `hin-ausgehen, den Schrei der Armen und der Entfernten hören, allen begegnen und ihnen die Freude des Evangeliums verkünden.´ Dabei sind Einrichtungen wie die ksoe unverzichtbar, indem sie Unrecht benennen, den an den Rand Gedrängten Hoffnung schenken und Menschen ausbilden, diese befreiende Botschaft verantwortet, konkret und reflektiert in die Welt zu tragen.“

Einsatz für ein gutes Leben für alle

ksoe-Direktorin Magdalena Holztrattner zu 60 Jahren Katholische Sozialakademie Österreichs: „Die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen erfordern unser aller Engagement für gerechtere Strukturen und ein gutes Leben für alle Menschen, in Österreich, in der EU und global. Die ksoe möchte mit ihren Angeboten in den Themenfeldern Soziale Gerechtigkeit, Alternatives Wirtschaften sowie Führung & Partizipation dazu beitragen, die Zukunft unserer Gesellschaft mitzugestalten: demokratisch, solidarisch und gerecht“. Dafür werde man auch weiterhin sozial-ethische Orientierung anbieten, Alternativen ins Gespräch bringen und Menschen und Organisationen dabei unterstützen, vom Wissen ins Tun zu kommen, so die Theologin und Sozialethikerin. ksoe-Direktorin Holztrattner abschließend: „Wir laden alle ZukunftsgestalterInnen herzlich dazu ein, gemeinsam mit der ksoe für gerechtere Verhältnisse einzutreten, Fehlentwicklungen in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft anzusprechen und engagiert zu bleiben im Sinne der Vision eines guten Lebens für alle“.

Die ksoe - Katholische Sozialakademie Österreichs - ist eine Akademie für Bildung und Beratung. Sozialethisches Denken und Handeln ist für sie leitend. Die Angebote der ksoe haben zum Ziel, Menschen und Organisationen zu unterstützen, die den gesellschaftlichen Wandel aktiv mitgestalten. In vielfältigen Kooperationen arbeitet die Katholische Sozialakademie Österreichs an einem guten Leben für alle.

Mit einem Team von 15 MitarbeiterInnen hat die ksoe im Vorjahr 192 Bildungsveranstaltungen mit 4.290 TeilnehmerInnen abgehalten. Mehr dazu siehe ksoe-bericht>

Eine kurze Geschichte der ksoe>