Blasche Helmut 120Nachstehend können sie die Gedanken von PfarrerDr. Helmut Blasche zum Gemeindekonzepot der Pfarre Schwechat lesen.

 

Dle vorgefundene Situation

Bei den iderzeitlgen volkskirchlichen Strukturen sind die Pfarren - zumindest in der Großstadt – weithin nur Verwaltungszentren, mit einem relativ kleinen Prozentsatz von „Praktizierenden“. Diese wieder sind, von sehr geringen Ausnahmen abgesehen, kaum miteinander in Verbindung und zum Großteil nur Konsumenten des kirchlichen Angebots an Gottesdiensten und Veranstaltungen.

Schuld an dieser Unmündigkeit der Gemeinden ist unter anderem , dass das Katechumenat, das in der alten Kirche der Sakramentenspendung und der Aufnahme in die Gemeinde vorausging, bei den als Kindern getauften nicht nachgeholt wurde. Fast alle Sakramente werden im Kindesalter bzw. ohne die unbedingte Voraussetzung des Glaubens empfangen.

Es gibt zwar in fast al1en Pfarren einen gewlssen Kreis von aktiven Lalen, die zur Mitarbeit ln den diversen Grenien und Fachausschüssea bereit sind, sich aber eben nur als Mitarbeiter und Helfer des Pfarrers vesrstehen. Kurz gesagt: Unsere Pfarrgemeinden sind weit davon entfernt Gemeinden zu sein.
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Das anzustrebende Ziel (unser Gemeindekonzept)

Das Ziel das anzustreben wäre, ist die christliche Gemeinde. Das ist eine Gruppe von Menschen, die sich bewusst sind, dass Gott sie als seine Gemeinde will und braucht, die sich von Gott berufen wissen und sich in freier Glaubensentscheidung Gott zur Verfügung gestellt haben. Sie wissen, dass sie die Sendung Jesu fortsetzen sollen, bzw. dass der Auferstandene sdurch sie sein Werk der Befreiung und der Vereinigung der Menschen mit Gott un untereinander bewirken will. Sie sind selbst Zeichen dieser Einheit, die stärker ist als die Verschiedenheit von Bildung, Stand, Klasse, religiöse Tradition, politischer Überzeugung und dgl. Diese Gemeinde also müsste Modell einigermaßen geglückten menschlichen Zusammenlebens sein (“Stadt auf dem Berg“). Das Wesen von Gemeinde besteht eben darin, dass ihre Glieder nicht nur in Beziehung zu Gott stehen sondern auch miteinander, dass sie einander kennen, sich für einander verantwortlich wissen, für einander Sorge tragen, soweit wie möglich miteinander teilen, Anteil nehmen und geben.

 

Dle Gemeinde unterscheidet sich wesentlich von ihrer Umwelt, weil sie „Nicht von dieser Welt ist“. Sie ist Alternativgesellschaft, Kontrastgemeinde. Sie darf sich der Welt nicht gleichförmig machen („bei euch aber soll es nicht o sein“).
Ihre Strukturen sind die der Gewaltlosigkeit, des Verzichts auf Macht -ausübung, der Versöhnungsbereitschaft ,des Dienstes…..
Die Gemeinde muss sich darüber hinaus bewusst sein, dass sie nicht bloß Selbstzweck ist sondern dass sie für die anderen da ist, also eine Sendung hat, „von ihrem Wesen her missionarisch“ ist. („Salz der Erde, Licht der Welt“ ).

Die Gemeine versteht sich daher nicht bloß als Objekt sondern ist Subjekt des Hilsdienstes, d.h. die Glieder der Gemeinde sind mündig, sie sehen sich nichst als Helfer und Mitarbeiter des Pfarrers sondern wissen, dass die Sache Jesu, die Sache der Gemeinde, ihre eigene Sache und Aufgabe ist. Der Pfarrer ist Helfer und Mitarbeiter der Gemeinde, er hilft ihr, ihre Aufgabe evangeliumsgemäß im Sinne Jesu zu erkennen und durchzuführen.

Der Gemeinde also obliegt die Verkündigung der Heilsbotschaft, die Duchführung der sozialen Dienste, die Vorbereitun gund Gestaltung der Liturgie und die notwendige Verwaltung wobei jedes Gemeindemitglied seine Fähigkeiten einbringt zum Aufbau der Gemeinde und zur Erfüllung ihrer Aufgaben.

Das alles aber nicht im Sinne eine Aktivismus, einer guten Organisation und großer Betriebsamkeit! Gemeinde ist etwas ganz anderes als Organisation und Leistung. Gemeinde ist wesentlich das Erlebnis geschwisterlicher Gemeinschaft!!l Nicht die gemeinsame Arbeit für ein bestimmtes Ziel ist das Entscheidende sondern das gemeinsame Leben, eine gemeinsame Geschichte ähnlich wie in einer Ehe und Familie. Da Gemeinde Modell menschlichen Zusammenlebens sein soll, muss man die Gemeinde als Gemeinschaft sehen und erleben können. Ohne diese Möglichkeit des „Komm und sieh“ geht alles missionarishce Wirken ins Leere.

Die Methode

Um das oben beschrienene Ziel zu erreichen slnd die Glieder der Gemeinde, deren Glaubenswissen wle gesagt gering ist und die als ale Klnder getauft, im Glauben oft unmündig geblieben sind, zur persönlichen Glaubensentscheidung heranzuführen. Diese wieder geht Hand in Hand mit der Zusammenführung überschaubarer Gruppen und Gemeinschaften, denn um die Identifikation der einzelnen mit der Kirche zu erreichen ist das Erlebnis Kirche im kleinen Kreis unbedingt notwendig. Glaubensentscheidung als Antwort auf den Ruf Gottes in seine Gemeinde besteht ja eben im Eintritt in die Gemeinde, im Sich zur Verfügung stellen („Tauferneuerung“). Diese Gemeinschaften sollen auf vielfältige Weise miteinander verflochten sein, so dass die Pfarre immer mehr zur einer Gemeinschaft von Gemeinschaften wird.

Da eine personale Glaubensentscheidung nur dem Erwachsenen möglichist, hat der Aufbau einer Erwachsenen gemeinde Vorrang vor allenanderen -auchwichtigen. Aufgaben, istalso wichtiger als die Beschäftigung mit Kindern und Jugendlichen. Denn wenn es keine lebendige Gemeinde von Erwachsnene gibt, in die die Kinder und Jugendlichen hineinwachsenkönnen, bleibt die intensive Kinder- und Jugendarbeit ohne bleibende Frucht. Ist diaber deine mündige Erwachsenen gemeinde vorhanden, wird es genügend Leute geben, die das Charisma für Kinder und Jugendpastoral haben und ausüben.

Nrben der Bildung kleiner überschaubarer Gruppen ist es für die Hinführung zur Glaubensentscheidung notwendig, dass auch die Litirgie aller Sakramente so gefeiert wird, dass Glaube und Gemeinschaft dabei zum Ausdruck kommen. Daher ist die Hinführungzum Glauben wichtiger als die Spendung der Sakramente. Ja, die Spendung der Sakramente müsste so lange aufgeschobenwerden, bis die unabdingbare Voraussetzung des Glaubens gegebenist. Der Sakratemtenvorbereitung (taufgespräch,Elternseminar zur Vorbereitungauf die Erstkommunion, mehrjähriges Firm katechumanat etc.) ist daher große Bedeutung zuzumessen.

 

Zum Autor:

Zum Autor:

Helmut Blasche wurde 11. Dez. 1924, als zweites von vier Kindern in Wien geboren. Mit 17 Jahren wurde er in den II. Weltkrieg eingezogen, zuerst zum Arbeitsdienst, später nach Süditlien. ER bezeichnete sichinmehreren Vorträgenals Nazi-Bub und erzählte, dass er Sonntags mit der Mutter in der HJ-Uniformin die Kirche ging und anschließend zu den HJ-Treffen. In Süditalient wurde es von den Amerikanern gefangen genommen. Er war zwei Jahre in Amerika. Dort hatte er einen guten Freund, der ihm Schritt für Schritt aus der Naziideologie befreite.Inseinen Jahren als Pfarrer trat er als deutlicher Warner vor solchen Ideologienein und setzte sich für Flüchtlinge ein, die solchen Menschen zumeist ein Dorm im Auge waren. Siehe das Volksbegehren "Österreich zuerst"

1946 kam er wieder nach Österreich zurück., holte die Matura nach und begann mit dem Studium der Handelswissenschaften an der Hochschule für Welthandel. 1950 promovierte er zum Doktor der Handelswissenschaften. Dann war er Bankangestellter. Diese Aufgaben befriedigten ihm aber nicht. ER spürte einen Ruf Priester zu werden. In dieser Frage beriet er sich mirt dem damaligen Caritaspräsidenten Leopold Unger Diese rieht ihm noch ein wenig zu warten und sich zu prüfen.
1951 trat Blasche ins Priester Seminar ein und studierte Theologie. 1955 wurde er zum Prietsr geweiht
Im selbenJahr kam er als Kaplan nach Schwechat. 1961 hat ih Kard. Franz König zum Pfarrer in Schwechat ernannt. Diese Aufgaben erfüllte er bis 1999.

Wie sie dem obigen Beitrag entnehmenkönnen, war Bladchein deutlicher Verfeschter von Kirchenreformen, deren Kern die Bildungvon mündigen Gemeinden war. Als solcher trat er auchgegen die Ernennung von Kurt Krenn zum Weihbischof in Wien auf und hielt am Ende eines Schweigemarsches am Tag vor seiner Weihe eine Rede am Stephansplatz. Mit Kard. König verstand eer sich sehr gut. Andere Bischöfe htten ihn ihm schon auch einen fundierte Kritiker.

 
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