Göller Vera 120Mit nachstehendem "Apell an alle Christen" ruft die Perchtoldsdorfer Theologin Vera Göller-Vostriz alle Gläubigen auf, aktiv zu werden und gegen Übergriffe und sexuelle Gewalt gegenüber Kindern, Frauen und Männern in der römisch-katholischen Kirche entschieden aufzutreten.

Göller-Vostriz hat ihren Apell zum heurigen Weltfrauentag verfasst und ersucht alle, die dem Inhalt zustimmen, sich bei den Bischöfen zu melden und entschieden tiefgreifende Reformen einzufordern. Ebenso schlägt sie vor, ihre Vorschläge im Kreis der Verwandten, Freunde, Bekannten, Arbeitskolleginnen und -kollegen zu diskutieren, um Veränderungen zu unterstützen. Gleichzeitig unterschätzt die ehemalige Religionslehrerin nicht, dass es neben den konkreten Handlungsänderungen auch eine theologische Neuinterpretation des Amts(Dienst)verständnisses braucht.

Appell an alle Christen  -  Abfassung am 8. März, Weltfrauentag 2019

Seit den Anschuldigungen gegenüber Kardinal Groer 1995 erleben wir die Aufdeckung einer nicht enden wollenden Flut von Missbrauchsfällen unterschiedlichster Art in der katholischen Kirche weltweit.

Statt eines weltweiten Aufschreis ist eine lähmende Verhaltensstarre oder Verdrängung unter den Gläubigen spürbar. Aus meinem Gewissen heraus muss ich diesen Aufruf in Umlauf setzen, denn wer in einem System schweigt, das sexuellen und psychischen Missbrauch begünstigt, macht sich mitschuldig. Werden nun die seit dem Kirchenvolksbegehren 1995 geforderten Reformen in der katholischen Kirche nach der vom Papst Franziskus einberufenen Missbrauchskonferenz neu angedacht und umgesetzt?

Es kann nicht nur um Entschädigungszahlungen für die Opfer gehen! Papst Johannes Paul II. zeigt sich der Presse mit den Gründern und Ordensoberen von den Legionären Christi, von den Johannesjüngern, von ARCHE, die sich allesamt schwerer sexueller Vergehen oder deren Vertuschung schuldig gemacht haben.

Es geht um eine tiefgreifende Reform des gesamten patriarchalen, hierarchischen Systems, so, dass solcher Art Missbrauch weitgehend verhindert werden kann.

  • Eingliederung von verheirateten Männern und Familienvätern, die einen Beruf ausüben, (so wie es jetzt den Stand der verheirateten Diakone gibt), nach einer priesterlichen Ausbildung in den priesterlichen Dienst der katholischen Kirche. (Statt den letzten Rest von hauptamtlichen Pfarrern, die ihre Arbeit mit Sorgfalt und Charisma ausüben, durch Zusammenlegungen von Pfarren restlos zu überfordern)
  • Zulassung der Frau zum Priesterdienst wegen ihrer gleichen menschlichen Würde. (Alles andere ist eine Diskriminierung einer Person auf Grund ihres Geschlechts. Jesus hat die Frauen auf Augenhöhe behandelt)
  • Zurückholen von Priestern, die sich zu einer Frau bekannt haben und deshalb vom Priesterdienst ausgeschlossen wurden. (Missbrauchstäter wurden bis jetzt nicht ausgeschlossen ! )
  • Aufhebung des Pflichtzölibats (der gegen das natürliche Recht des Menschen ist und wie die Realität zeigt, nur von einer Minderheit gelebt werden kann oder zu sexuellen und psychischen Verzerrungen und krankhaftem Verhalten führt.)
  • Bei Vergehen von Priestern Unterstellung unter ein ziviles Gericht.
  • Verbot der Ausübung des priesterlichen Dienstes für Personen, die schuldig geworden sind an sexuellem Missbrauch von Kindern, oder sexualisierter Gewalt gegenüber Frauen und Männern. Nulltoleranz!

Wer sich mit diesem Appell identifizieren kann, den bitte ich diesen LINK an Freunde, Priester, Bischöfe und an Kardinal Schönborn weiter zu senden. Kontaktdaten finden Sie hier. Seine e-mail-Adresse lautet: ebs[at]edw.or.at oder per Post: Erzbischöfliches Palais, Wollzeile 2, 1010 Wien

Noch besser, Sie verfassen ein eigenes Schreiben, denn wir dürfen nicht einfach schweigen, sondern wollen eine Kirche mit gesunden Strukturen.

Mag. theol. Vera Göller-Vostriz (vera.go[at]kabelplus.at


Mein persönliches Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den ich Vater und Mutter nenne,
ich glaube an Jesus von Nazareth als historische Person,
dessen Reden und Taten bezeugt wurden, der einen gesunden und liebevollen Umgang mit Frauen, Kindern und Männern hatte und der für seine Liebe zu Gott am Kreuz gestorben ist.
Ich glaube an den auferstandenen Christus und an die Auferstehung aller Menschen, die sich
nach einem ewigen Leben bei Gott sehnen.
Ich glaube an die erneuernde Schöpferkraft des Hl. Geistes, der die Herzen der Menschen zur göttlichen Liebe entfachen kann.
Ich glaube an die Feier der Eucharistie, in der der auferstandene Christus mit uns leibhaftig in Verbindung tritt, durch die Aufnahme von Brot und Wein in unseren Leib, die er mit seinem Leib und seinem Leben verbindet.


Weitere Bischöfe in Österreich:

Erzdiözese Salzburg, Erzbischof Franz Lackner: erzbischof.lackner[at]zentrale.Kirchen.net

Diözese Feldkirch, Diözesanbischof Benno Elbs: benno.elbs[at]kath-kirche-vorarlberg.at

Diözese Innsbruck, Diözesanbischof Hermann Glettler: bischof.glettler[at]dibk.at

Diözese Gurk/Klagenfurt, Diözesanadministrator Engelbert Guggenberger: engelbert.guggenberger[at]kath-kirche-kaernten.at

Diözese Graz, Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl, sekretariat.bischof[at]graz-seckau.at

Diözese Linz, Diözesanbischof Manfred Scheuer: sekretariat.bischof[at]diözese-linz.at

Diözese Eisenstadt, Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics: sekretariat[at]martinus.at

Diözese St. Pölten, Diözesanbischof Alois Schwarz: bischof.sekretariat[at]kirche.at

Militärdiözese, Diözesanbischof Werner Freistetter: mail@mildioz.at