Blasche Helmut 120Nachstehend die Zusammenfassungeines Referates von Dr. Helmut Blasche zum Thema: 2Mündigmachende Seelsorge"

 

1) Seelsorge ist Sache der Gemeinde, nicht des Pfarrers.
Sache des Pfarrers und seiner Helfer ist es, die Gemeinde dazu , zu befähigen, sie mündig zu machen, die Sache Jesu weiter zu führen.

2) Das Bild der kirchlichen Gemeinde von heute ist weithin noch das der „Versorgungskirche“:
a) in personeller Hinsicht (Versorgung mit Pfarrern, Kaplkänen, Seelsorgehelferinnen…..)
b) in finnzieller Hinsicht (Die kirchliche Zentrale baut, bezahlt, besoldet, schießt zu ….)
o) in spiritueller Hinsicht (Versorgung mit Katechese, Gottesdienst, Sakramenten …)

Sobald die Versorgung ausfällt, brlcht die Seelsorge zusammen..

3 Schuld an der Unmündigkeit der Gemeinden ist unter anderem, dass das fehlende Katechumenat, das in der alten Kirche der Sakramentenspendung und der Aufnahme in die Gemeinde vorausging, bei den als Kinder getauften nicht nachgeholt wurde und sie nicht zur echten Glaubensentscheidung hingeführt wurden. Fast alle Sakramente werden im Kindesalter bzw. ohne unabdingbaree Voraussetzung empfangen.

4Eine Gemeinde ist mündig, wenn ihre Glieder die Sache Jesu zu ihrer eigenen Sache gemacht haben. Das aber setzt die Kenntnis dieses Jesus und seiner Sache und die eigene Entscheidung für ihn voraus.

5) Notwendig ist daher, die Pfarrangehörigen zur persönlichen Glaubensentscheidung zu führen.

6) Glaube ist die positive Antwort auf den Ruf Gottes. Gottes Zuwendung und Anspruch begegnen uns in Jeus Cristus, d.h. konkret in der christlichen Gemeinde. In der Einladung der Gemeinde zur Gemeinschaft und zum Mitvollzug ihrer Sendung erfährt der Mensch die Einladung Gottes, den Ruf in die Nachfolge Christi. Christlichglauben heißt also: Sich der Gemeinde anschließen, sich ihr zur Verfügung stellen und nach den gegebenen Möglichkeiten mitwirken, ihren Heilsauftrag zu erfüllen.
7) Glaubensverkündigung (Hinführungzur Glaubensentscheidung ) und Gemeindebidung gehen also notwendig Hand in Hand.

8) Eine personale Glaubensentscheidung ist nur dem Erwachsenen möglich. Der Aufbau der Erwachsenen_Gemeinde geht daher allen anderen Aufgaben , vor allem der Beschäftigung mit Kindern und Jugendlichen voraus.

9) Konkrete Schritte bei der Hinführung zur Glaubensentscheidung und Gemeindebildung sind der entsprechende Vollzug der Liturgie und die Bildung überschaubarer Gemeinschaften.

 

10) Die Liturgie aller Sakramente soll so gefeiert werden, dass Glaube und Gemeinschaft dabei zum Sausdruck kommen. Glaubensverkündigung hat Vorrng vor Sakramentenspendung!!!!

 

11) Die Mitglieder der Pfarrgemeinde sollen miteinander inVerbindung gebracht werden . Dies geschicht am besten, durch die Bildung von kleinen überschaubaren Gruppen, bei denen die Gemeinschaft nicht mittel zum Zweck sondern auchSelbstzweck ist (familiengruppen. Basisgruppen, Runden etc….), denn um die Identifikation des Einzelnen mit der Kirche zu erreichen, ist das Erlebnis Kirche im kleinen Kreis notwendig. Diese Gemeinschaften sollenauf vielfältige Weise miteinander verflochten sein, so dass die Pfarre aus imme mehr zu einer Gemeinschaft von Gemeinschaften wird.

12) Die Gemeinde muss eine sichtbare Wirklichkeit sein („Stadt auf dem berg“), gleichsam ein Modell einigermaßen geglücktern menschlichen Zusammenlebens. Das Heil, das sie ankündigt, muss hier wenn auch unvollkommen wenigstens anfanghaft erfahrbar sein (Komm und sieh“). Also nicht bloß Organisation, nicht bloß Gremien, Fachausschüsse, Aktivistenkreise, kirchliches Service, sondern erlebbare Gemeinschaft.


13) Die Gemeinde , die sich in ihrem Verhalten immer wieder am Evangelium orientiert, kann aber nicht nur für sich sondern muss für die anderen da sein ("Salz der Erde"). Also Zuwendung zu den anderen in vielfältiger Form: Glaubensverkündigung, Kinder-, Jugend-. Erwachsenenkatechese, Pfarrzeitung, Einladung zur Gemeinschaft in dendiversen Gruppen, caritativen Wirken, ............

14) Die Gemeinde ist keine Zwei Stände-Gesellschaft vonKlerus und Laien. Es besteht bei aller Verschiedenheit der Aufgaben, eine fundamentale Gleichheit aller Glieder („Ihr alle aber seid Brüder [ und Schwestern] ) Vor jedem Ajmt ist die Gemeinde und ihre Sendung. Um diese Sendung erfüllenzu können, bedarf die Gemeinde vieler Dienste, Ämter und Funktionen und wird diese entsprechend den Notwendigkeiten der jeweiligen Situation und den vorhandenen Begabungen bilden.

15) Die Ermutigungder Initiativen einzelnenPfarr mitglieder, die Übertragung von Verantwortung für bestimmte Bereiche und das Einräumen des Rechts auf Mitentscheidung sind unabdigbare Voraussetzungen für das Mündigwerden der Gemeinde.

Zum Autor:

Zum Autor:

Helmut Blasche wurde 11. Dez. 1924, als zweites von vier Kindern in Wien geboren. Mit 17 Jahren wurde er in den II. Weltkrieg eingezogen, zuerst zum Arbeitsdienst, später nach Süditlien. ER bezeichnete sichinmehreren Vorträgenals Nazi-Bub und erzählte, dass er Sonntags mit der Mutter in der HJ-Uniformin die Kirche ging und anschließend zu den HJ-Treffen. In Süditalient wurde es von den Amerikanern gefangen genommen. Er war zwei Jahre in Amerika. Dort hatte er einen guten Freund, der ihm Schritt für Schritt aus der Naziideologie befreite.Inseinen Jahren als Pfarrer trat er als deutlicher Warner vor solchen Ideologienein und setzte sich für Flüchtlinge ein, die solchen Menschen zumeist ein Dorm im Auge waren. Siehe das Volksbegehren "Österreich zuerst"

1946 kam er wieder nach Österreich zurück., holte die Matura nach und begann mit dem Studium der Handelswissenschaften an der Hochschule für Welthandel. 1950 promovierte er zum Doktor der Handelswissenschaften. Dann war er Bankangestellter. Diese Aufgaben befriedigten ihm aber nicht. ER spürte einen Ruf Priester zu werden. In dieser Frage beriet er sich mirt dem damaligen Caritaspräsidenten Leopold Unger Diese rieht ihm noch ein wenig zu warten und sich zu prüfen.
1951 trat Blasche ins Priester Seminar ein und studierte Theologie. 1955 wurde er zum Prietsr geweiht
Im selbenJahr kam er als Kaplan nach Schwechat. 1961 hat ih Kard. Franz König zum Pfarrer in Schwechat ernannt. Diese Aufgaben erfüllte er bis 1999.

Wie sie dem obigen Beitrag entnehmenkönnen, war Bladchein deutlicher Verfeschter von Kirchenreformen, deren Kern die Bildungvon mündigen Gemeinden war. Als solcher trat er auchgegen die Ernennung von Kurt Krenn zum Weihbischof in Wien auf und hielt am Ende eines Schweigemarsches am Tag vor seiner Weihe eine Rede am Stephansplatz. Mit Kard. König verstand eer sich sehr gut. Andere Bischöfe htten ihn ihm schon auch einen fundierte Kritiker.

 

 

 
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