Scaraffia Lucetta 120Weiterhin verspüren Frauen Druck in der Kirche, wenn sie ihre Ansichten mitteilen. Das hat das Redaktionsteam der Frauenbeilage "Donne Chiesa Mondo" der Vatikan-Zeitung "L'Osservatore Romano" im Anschluss an ihre Berichterstattung über den Missbrauch von Nonnen verspürt und trat deshalb geschlossen zurück. In einem Brief teilt die Gründerin dieser Beilage Lucetta Scaraffia dies Franziskus mit. DER STANDARD und der KURIER haben darüber berichtet.

Die Maßnahmen gegen solche Vorgänge müssen tiefer gehen, damit Diskriminierungen aufhören und Begegnung auf Augenhöhe und Meinungsfreiheit auch in der Kirche Platz greifen können.

Buechele Herwig 120Riedlsperger Alois 120Schlagnitweit Markus 120Holztrattner Magdalena 120Die Katholische Sozialakademie feiert kommenden Freitag ihr 60 jähriges Bestehen im Kardinal König Haus. Sie ist eine Einrichtung der Kirche die zeitnahe Sorgen und Nöte der Menschen kennt und die Grundsätze der Jesusbotschaft klar darlegt. Das betrifft die arbeitenden Menschen mit dem gerechten Lohn, der Absage jeder Form der Ausbeutung, dem Vorrang des Menschen vor dem Kapital oder einer geschlechtergerechten Gesellschaft oder der menschenwürdigen Aufnahme zu uns geflüchteter Menschen.

Dafür ist allen heutigen und früheren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dieser wichtigen Einrichtung herzlich zu danken. Stellvertretend nennen wir die gegenwärtige Leiterin und die vormaligen Leiter dieser Einrichtung: P. Walter Riener SJ (1958 – 1972), P. Dr. Herwig Büchele SJ (1972 – 1983), P. Dr. Alois Riedlsperger SJ (1983 - 2005; 2009- 2013), Dr. Markus Schlagnitweit (2005-2009), Dr.in Magdalena M. Holztrattner MA (seit 2013)

2019 03 04 Hurka HP120Wieder einmal ranken sich zahlreiche Spekulationen und Hoffnungen um einzelne Wortmeldungen zur angeblichen Bewältigung der Krisensituation in der Kirche. Neben guten Ideen braucht es aber die mutigen Taten, die das Leben der Kirche nachhaltig verändern können. Weder mit der Individualisierung von Schuld, noch mit strukturellen Veränderungen alleine kann die gegenwärtige Kirchenkrise gelöst werden. Es braucht eine Erneuerung von Grund auf, die auch die theologischen Grundlagen der Verkündigung umfasst und es braucht mündige, lebendige Gemeinden.

Gabriel Ingeborg 120Holztrattner Magdalen 120Polak Regi 120Ingeborg Gabriel, Magdalena Holztrattner und Regina Polak sprechen sich für die volle Anerkennung und Aufwertung von Frauen in der römisch-katholoischen Kirche aus. Dazu brauche es nicht nur eine Rückschau ins 2. Jahrhundert sondern auch eine Vorschau in die Zukunft, meint Gabriel. Polak meint, sie werde Diakoninnen noch erleben. Holztrattner fordert Schritte, die „exzentrisch, mutig, visionär“ sind. Kathpress berichtet über ein Gespäch mit den Theologinnen.

Odermatt Alois 120Das Sprechen über den Glauben fällt schwer. Auch deshalb, weil die Sprachbilder, die in den Köpfen das Denken prägen von Kleinkind an gesät und Sonntag für Sonntag wieder - in nicht mehr zeitgemäße Denkmuster -  eingehämmert werden. Erst tiefergehende, ja existentielle Auseinandersetzungen mit den Inhalten löst von diesem „Richtig“ und „Falsch“. Die eigene Erfahrung und der Austausch darüber bringen jene „Sicherheit“, die Überzeugungen tragfähig machen können.

Ein solcher Impuls für weitergehenden Austausch ist der nachstehende Artikel des Schweizer Theologen Alois Odermatt. Sie können auch mit ihm in einen Dialog eintreten.

Göller Vera 120Mit nachstehendem "Apell an alle Christen" ruft die Perchtoldsdorfer Theologin Vera Göller-Vostriz alle Gläubigen auf, aktiv zu werden und gegen Übergriffe und sexuelle Gewalt gegenüber Kindern, Frauen und Männern in der römisch-katholischen Kirche entschieden aufzutreten.

Göller-Vostriz hat ihren Apell zum heurigen Weltfrauentag verfasst und ersucht alle, die dem Inhalt zustimmen, sich bei den Bischöfen zu melden und entschieden tiefgreifende Reformen einzufordern. Ebenso schlägt sie vor, ihre Vorschläge im Kreis der Verwandten, Freunde, Bekannten, Arbeitskolleginnen und -kollegen zu diskutieren, um Veränderungen zu unterstützen. Gleichzeitig unterschätzt die ehemalige Religionslehrerin nicht, dass es neben den konkreten Handlungsänderungen auch eine theologische Neuinterpretation des Amts(Dienst)verständnisses braucht.

Haller Reinhard 120Der Vorarlberger Psychiater Reinhard Haller tritt für deutliche Reformschritte im Zusammenhang mit der Aufarbeitung der Übergriffe im kirchlichen Bereich gegenüber Kindern und Frauen ein, meldet kathpress. Haller ist auch Mitglied in der unabhängigen Opferschutzkommission (Klasnic-Kommission) und kennt von dieser Seite eine große Zahl dieser grauenhaften Vorfälle.

Er hinterfragt die Sinnhaftigkeit des Pflichtzölibats und stellt fest, dass Kleriker "keinerlei Rüstzeug für den Umgang mit der Sexualität" haben. Dem jüngsten Antimissbrauchs-Gipfel fehlt es an konkreten Ergebnissen, meint Haller. Leider habe die Kirche ihre klaren Vorgaben "selbst nicht gelebt". Am Beispiel Jesu gemessen ist es "durch nichts gerechtfertigt", Frauen vom Weiheamt auszuschließen, so Haller.

Quintana Pedro lopez Nuntius 120zurbriggen 2009 04 12 kna 102588Wie Kathpress vergangenen Montag berichtet, hat der Bischof von Rom für Österreich einen neuen Nuntius bestellt. Es ist der 65-jährige Spanier, Erzbischof Pedro Lopez Quintana. Er folgt dem kontaktfreudigen, gemütlichen Schweizer Peter Stephan Zurbriggen. Dieser ist aus Altergründen (75 Jahre) zurückgetreten.

In der Amtszeit von Zurbriggen sind die Bischöfe Benno Elbs in Feldkirch, Wilhelm Krautwaschl in Graz, Franz Lackner in Salzburg und Hermann Glettler in Innsbruck ernannt worden sowie die Bischofsversetzungen Manfrend Scheuer von Innsbruck nach Linz und Alois Schwarz von Gurk/Klagenfurt nach St. Pölten erfolgt.

Lopez steht großen Herausforderungen gegenüber. In seiner Amtszeit sollen entscheidende Schritte in Richtung Kirchenreform erfolgen. Es soll nämlich nicht nur dem sexualisierten Machtmissbrauch weiter entschieden entgegen getreten und entsprechende Strukturreformen endlich gesetz werden, sondern auch die für die Fehlentwicklungen verantwortlichen theologischen Grundlagen erneuert werden, damit endlich eine zeitgemäße, auch kritischen Fragen standhaltende Verkündigung erfolgt.

Votzi Jose 120Josef Votzi, der "Aufdecker" der Causa Groer, schreibt wenige Tage nach dem Anti-Missbrauchsgipfel nachstehenden Gastkommentar im profil 10/2019. Darin meint er, "der Anti-Missbrauchsgipfel war eine vertane Chance".

Votzi ist einer der die inneren Abläufe in der röm.-kath- Kirche, ganz besonders in Fällen sexuellen Machtmissbrauchs, sehr gut kennt und viel darüber recherchiert hat.