rohner helmut klSeit dem Jänner 2016 wartet die Diözese Innsbruck auf einen Nachfolger von Bischof Manfred Scheuer. Die Betroffenen sind alle Mitglieder der gesamten Ortskirche, das ganze Diözesanvolk. Warum weiß dieses Diözesanvolk nicht, wie der Ernennungsprozeß läuft? Warum erfährt es nicht, wo es klemmt? Warum ist es machtlos, etwas zu unternehmen, wenn lange Zeit nichts geschieht? Warum hat es kein Mitspracherecht in Bezug auf die Kandidaten? Warum werden alle wichtigen Entscheidungen in der Diözese so lange blockiert? Wer sind die Leidtragenden? Braucht eine Diözese nicht dauernd eine kompetente und bevollmächtigte Leitung? Schadet eine so lange Sedisvakanz nicht sowohl der Diözese als auch dem Amt des Bischofs? Entsteht nicht der Eindruck, die Leitung durch einen Bischof sei letztlich gar nicht wichtig? Herrschen in diesem Ernennungsprozeß nicht Strukturen aus der Vergangenheit vor? Wo ist hier etwas von zeitgemäßen Strukturen zu sehen?

Papstunterschrift Franziskus 120Wie Radio Vatikan berichtet, hat Franziskus den Canon 838 des Kirchenrechts aus eigenem Antrieb geändert. Diese Änderung ist nicht weltumstürzend und trotzdem eine Konkretisierung seines Plans, dass die Bischöfe mehr entscheiden sollen und so eine Dezentralisierung eintrete.

Mit dem Motu Proprio überträgt Franziskus die landessprachliche Übersetzung liturgischer Texte den Bischofskonferenzen. Diese haben zu beurteilen, wie der lateinische Text in der Landessprache verstanden wird. Die vatikanischen Behörden haben "nur" mehr zu beurteilen, ob der Text "treu" übersetzt wurde und haben ihn zu bestätigen. Damit wird die Instruktion "Liturgiam authenticam" aus dem Jahr 2001 (Johannes Paul II.) geändert.

Zulehner sw 120Eine "Orientierung für ChristInnen bei der kommenden Wahl" hat der em. Pastoraltheologe Paul M. Zulehner am 29. August 2017 auf seinem Blog veröffentlicht. Eine Kurzfassung der Gedanken erschien in den SALZBURGER NACHRICHTEN vom 29.8.2017 als Interview mit Josef Bruckmoser.

Zulehner nennt einige Orientierungspunkte, die Christinnen und Christen bei ihren Wahlentscheidungen berücksichtigen werden.

Das Netzwerk: zeitgemäß glauben sammelt solche Stellungnahmen und weist gerne darauf hin. Nachstehend finden Sie die von Prof. Zulehner.

Polak Regi 120Die Wiener Pastoraltheologin Regina Polak ruft bei Eröffnungsvortrag zu Internationalem Frauenkongress in Wien auf, Migration theologisch als "Zeichen der Zeit" ernst nehmen. Migrationserfahrungen helfen, "die migrantische Identität des Christentums" wieder zu gewinnen - Pfarren und Gemeinden können gemeinsame Lernorte werden, berichtet Kathpress.

Einen weiteren Vortrag zu diesem Thema hat Polak in der Wiener Pfarre Gersthof gehalten. Sie können ihn hier lesen.

Noch weiter faltet Polak das Thema in ihrem neuen Buch aus: „Migration, Flucht und Religion“. Es ist der 2. Band der beiden im Oktober 2017 im Grünewaldverlag erscheinenden Bände zum Thema. Wie bei ihrem Vortrag versucht sie darin aus interdisziplinären Perspektiven Orientierungspunkte in unübersichtlicher Zeit und Handlungsoptionen für die kirchliche Pastoral aufzuzeigen.

Krätzl bmp 120Im Jahr 2001 hat der Wiener Weihbischof Helmut Krätzl beim Forum Ostarichi des Katholischen Laienrates Österreichs mit dem Thema: Struktur & Charisma  nachstehenden Vortrag "Strukturfragen versus Gottesfrage" gehalten.

Den Vortrag können Sie nachstehend im Wortlaut lesen.

2017 Begräbnis Meisner 150Beim feierlichen Requiem für Kardinal Joachim Meisner im Kölner Dom waren 48 Bischöfe und Kardinäle angesagt. Einer von ihnen war der Privatsekretär von Joseph Ratzinger, Georg Gänswein. Dieser verlas ein Grußwort des emeritierten Bischofs von Rom.

Gänswein Meisnerbegräbnis150Das von Gänswein verlesene Grußwort enthielt neben der Würdigung des Verstorbenen deutliche Kritik am Zustand der katholischen Kirche. Der ehemalige Papst Benedikt verglich die Kirche mit einem Boot, das manchmal "fast zum Kentern angefüllt ist". Es brauche dringend "überzeugende Hirten", die der "Diktatur des Zeitgeistes widerstehen". Der Applaus der anwesenden Trauergäste machte es zum kirchenpolitischen Statement.

Cirignano Giulio 120Im Juli 2017 schrieb der em. italienischen Bibelwissenschafter Giulio Cirignano in der Vatikanzeitung "Osservatore Romano", dass er eine Reformunwilligkeit "eines großen Teils des Klerus, auf den oberen wie unteren Ebenen" als Hindernis für die von Papst Franziskus gewünschten Veränderungen in der Kirche sehe.

Damit meint der Autor offensichtlich sowohl Bischöfe als auch einfache Dorfpfarrer.

rohner helmut klEin kurzer Text von Helmut Rohner.

Mitte Juni erhielt Papst Franziskus auf dem Petersplatz von einem Psychologen ein Schild mit der Aufschrift: „Beschwerden verboten!“ Spontan kündigte er an: „Den hänge ich an meine Tür!“

Halbfass1130 150Der am 12. Juli 1932 geborene Hubertus Halbfas feiert heuer seinen 85. Geburtstag. Das Netzwerk: zeitgemäß glauben gratuliert dem Jubilar.

„Kirche-und-Leben.de“ ist das aktuelle Online-Magazin der gleichnamigen Wochenzeitung im Bistum Münster. Die Zeitschrift »Kirche+Leben« wurde 1946 vom damaligen Bischof von Münster gegründet, dem seligen Kardinal Clemens August Graf von Galen (1878-1946).

Zum Geburtstag von Hubertus Halbfass veröffentlicht "Kirche+Leben.de" nachstehendes Interview aus dem Jahr 2016 von Jürgen Kappel mit dem bekannten Religionspädagogen. Darin wirft Halbfass den Bischöfen Untätigkeit in der Kirchenkrise vor und kritisiert nicht mehr zeitgemäße Positionen der Theologie.