Am 13. März 2015 jährte sich zum 11. Mal der Todestag von Franz Kardinal König, dem "Jahrhundertkardinal". Anlaß genug um seiner zu Gedenken.

Wie wurde aus einem Bauernbub einer der einflussreichsten Kardinäle der Welt und ein Mitgestalter des Zweiten Vatikanums? Warum ist Kardinal Franz König auch elf Jahre nach seinem Tod und 110 Jahre nach seiner Geburt derart präsent? Wie konnte er sich als Kirchendiplomat und Seelsorger bewähren? Und was zeichnete seine große Menschenkenntnis aus?

Dieses Buch folgt den Spuren Kardinal Franz Königs. 50 Zeitzeugen und Wegbegleiter erinnern sich nicht nur, sondern sprechen auch erstmals offen über Hintergründe und brisante Themen: Ständestaat, Politik und Kirche, Weltkirche, Fristenregelung, Gewerkschaft, Suspendierung, päpstliche Stärken und Schwächen, Intrigen.

Aus diesen Gesprächen entstand ein Zeitdokument, das Zusammenhänge aufzeigt und Auswirkungen nennt, die bis in die Gegenwart reichen. Kardinal König war seiner Zeit weit voraus und traf auf Ängste und Widerstände. Seine Haltung und sein Mut erinnern heute an Papst Franziskus.

Gespräche mit: Hannes Androsch, Erhard Busek, Paul Chaim Eisenberg, Heinz Fischer, Michael Heltau, Helmut Krätzl, Hans Küng, Helmut Schmidt, Christoph Schönborn, Karel Schwarzenberg, Josef Taus, Franz Vranitzky, Paul M. Zulehner, u.v.m.

Der Autor: Thomas J. Nagy studierte Werbung, Systemischen Konstruktivismus und Gesundheitswissenschaften.
Er arbeitet als Unternehmensberater, Coach und Autor in Wien. Tätigkeitsschwerpunkt: Kommunikation in Management, Gesundheit und Gesellschaft. Über den psychosozialen Zugang versucht er, systemische Zusammenhänge zu erkennen und ganzheitliche Projekte umzusetzen

Nagy,Thomas J., "König Kaiser Kardinal, Auf den Spuren von Kardinal Franz König", Verlag Styria, 336 Seiten, Preis: 24,99 €, ISBN: 978-3-222-13489-0


Buchbesprechung:

Hinter die Kulissen geschaut

Thomas J. Nagy, läst in seinem Buch "König Kaiser Kardinal. Auf den Spuren von Kardinal Franz König" ein wenig hinter die Kulissen der römisch-katholischen Kirche und der Republik schauen.

In rund 50 Gesprächen mit Persönlichkeiten des Öffentlichen Lebens, der Kirche und aus den Medien hat er durch fast drei Jahre hindurch sorgfältig recherchiert. Dabei geht es um die Kindheit, Jugend und Ausbildung Franz Königs zum Priester und Religionswissenschaftler, um seine Berufung zum Erzbischof in Wien und sein Verhältnis zum damaligen Koadjutor Franz Jachym. Seine Rolle beim Zweiten Vatikanischen Konzil und sein Wirken hinter dem „Eisernen Vorhang“ werden ebenso reflektiert wie seine Beziehungen zu den politischen Parteien und deren Vertreter, die Impulse seines Beraters Richard Bartha die Gerüchte angeblicher Kinder Königs oder seine Enttäuschung über die Nachfolge sind Inhalt des Buches. Den weiten Bogen schließt ein Epilog Helmut Schmidts ab.

Die rund 300 Seiten sind interessant, informativ und spannend geschrieben. Sie lassen hinter die Kulissen schauen, ohne je voyeuristisch zu werden. Dabei zeigt der Autor, wie sehr gesellschaftliches Wirken von den handelnden Personen und deren Gesprächsfähigkeit abhängt. Das Buch ist ein lesenswertes Zeitdokument.

Hans Peter Hurka