Weissenboeck, Sacrifizium 170weienbck fr jo klDer bekannte Theologe und politische Journalist Franz Josef Weißenböck hat ein neues Buch geschrieben. Es erscheint im Herbst 2015 im Wieser Verlag. Der Titel lautet: "Sacrificium".

Es ist eine Parabel, in der Jakob, ein 55jähriger Frühpensionist, in der Nacht zum Karfreitag schlecht schläft. Zwischen Traum und Wachen zieht sein Leben an ihm vorbei: die Jahre in der „Burg“, wie die Zöglinge das Konvikt nannten, sein Theologiestudium, der frühe Drogentod seines Freundes Michl, die verschwommenen Missbrauchsgeschichten, seine Unfähigkeit mit Frauen umzugehen. War auch er ein Opfer oder phantasierte er bloß?

Am Vormittag des Karfreitags macht sich Jakob auf den Weg, um noch einmal die „Burg“ zu besuchen. Als er mit dem alten Prior durch das Haus geht, steht ihm der fast vergessene und verdrängte Missbrauch mit scharfer Klarheit vor Augen. Am Nachmittag, während des Karfreitags-Gottesdienstes, bricht es aus Jakob heraus: Laut klagt er, vor der versammelten Gemeinde, den alten Prior des Missbrauchs an.

Franz Josef Weißenböck wurde 1949 in Neunkirchen (Niederösterreich) geboren. Nach der Reifeprüfung Studium der Theologie, Promotion. Erlernter Beruf: Journalist. Pressechef in den Ministerien für Gesundheit, Finanzen und Soziales, Leitender Beamter im Sozialministerium. Ab 1999 Chefredakteur der Parlamentskorrespondenz, seit 2011 im Ruhestand. Lebt in Wien und Niederösterreich. Mehrere Buchveröffentlichungen. Sacrificium ist sein siebentes Buch, das erste bei Wieser.

Zum Autor:

Franz Josef Weißenböck wurde 1949 in Neunkirchen (Niederösterreich) geboren. Nach der Reifeprüfung Studium der Theologie, Promotion. Erlernter Beruf: Journalist. Pressechef in den Ministerien für Gesundheit, Finanzen und Soziales, Leitender Beamter im Sozialministerium. Ab 1999 Chefredakteur der Parlamentskorrespondenz, seit 2011 im Ruhestand. Lebt in Wien und Niederösterreich. Mehrere Buchveröffentlichungen. Sacrificium ist sein erstes Buch bei Wieser.

Produktdetails:

Franz Josef Weißenböck, Sacrificium, Verlag Wieser, ca. 210 Seiten, gebunden, EUR 21,00, ISBN/ISSN978-3-9902916-0-3

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Bisherige Bücher von Weißenböck;


Buchbesprechung:

Opfer des Verstandes

Soeben ist Franz Josef Weißenböcks sechstes Buch, diesmal im Wieser Verlag erschienen. Es ist eine Parabel mit dem Titel Sacrificium.

Darin setzt sich der 55-jährige Frühpensionist Jakob mit seinem Leben, den Prägungen, denen er unterworfen war, und den Erfahrungen, die er gemacht hat, auseinander. Er tritt mit seinem Vater, den Patres des Stiftes, in dem er maturierte, mit einem Schulfreund, der im Unterschied zu ihm in den Orden eingetreten ist der die Schule führte, in Auseinandersetzungen ein.

In seinen Reflexionen stößt er auf unterschiedliches Verhalten gegenüber Autoritäten, die Enge seiner Erziehung, den Ausbruch aus der Enge während seines Studiums und es begegnen ihm wieder – in Träumen und im Gespräch – die sexuellen Übergriffe, denen er und seine Schulkollegen sowie seine Schwester in der Burg, wie das Stift genannt wurde, erlitten haben. Bis ins Heute ziehen sie ihre Spur, zeigen sie ihre Wirkungen.

Nach seinem abgebrochenen Studium der Theologie hat sich Jakob intensiv mit Fragen des Glaubens, der Machtausübung, insbesondere bei der Erziehung von Kindern auseinandergesetzt. Im reflektieren seines Lebens und dem Ernstnehmen auch anderer als theologischer Wissenschaften entsteht sein neuer, zeitgemäßer Glaube. Damit kommt er auch in ausdrücklichen oder versteckten Widerspruch mit den im Alten verhafteten Dämonen. Letztlich endet die Parabel mit einem Knalleffekt.

Der Autor, selbst anerkannter Theologe und Journalist, zieht seine Leser in Bann. Spannend und detailreich beschreibt er die unterschiedlichsten Situationen, Gefühle, Träume und Dialoge. Der Text fließt ohne jeden Voyeurismus, zeigt die unterschiedlichen Sichtweisen deutlich auf und lässt die Leserin und den Leser Anteil nehmen, als ob sie selbst dabei wären. Das Buch ist spannend, interessant und leicht zu lesen. Pausen verlangen die Leser selbst, an den Stellen, wo sie herausgefordert sind, wie denke ich darüber, was hätte ich gemacht. Sacrificium ist mehr als lesenswert.

Hans Peter Hurka