Kügler, Streiten lernen 170Christen streiten nicht. Dieser problematische Grundsatz sitzt noch in zu vielen Knochen. Der Deutsche Jesuitenpater Hermann Kügler SJ gibt in dem kleinen Büchlein „Streiten lernen. Von der Rivalität zur Kooperation.“ Hinweise, wie im Streit die destruktiven Seiten begrenzt und die konstruktiven entfaltet werden können.

Der Pastoralpsychologe spannt dabei den Bogen vom Kennenlernen des eigenen vorrangigen Streitverhaltens über den Streit mit sich selbst, das Streiten in nahen Beziehungen, Gruppen und Teams bis hin zu einem Ende der Gewalt und zehn Geboten, zur Entwicklung einer Streitkultur.

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Wer über die eigenen Bedürfnisse nach Macht, Einfluss, Ansehen oder Geld mehr Klarheit bekommt, kann mit der Spannung zwischen seinem Ideal-Ich und Real-Ich besser umgehen. Ziel ist es, die wahrgenommenen Bedürfnisse in seine Persönlichkeit zu integrieren oder bewusst darauf zu verzichten. Unbeachtete „blinde Passagiere“ führen ein Eigenleben, das stört.

Kügler schreibt, „ je klarer jemand seine Lebenswerte benennen kann und je realistischer er um seine Bedürfnisse weiß, desto mehr ist er fähig, sein Leben auf Werte hin auszurichten und zugleich seine Bedürfnisse zu befriedigen oder darauf zu verzichten.“ Und weiter, „ich muss Irritationen, Störungen und Konflikte ansprechen und mich auch ansprechen lassen.“ Gleichzeitig „muss ich dem anderen die Chance geben, mein Bild von ihm zu revidieren.“

Die 80 Seiten bieten Impulse nachzudenken und die Chance, mit den eigenen Erkenntnissen und den praktischen Vorschlägen in eine konstruktive Streitkultur einzusteigen. Etwas, das wir in der Kirche dringend nötig haben.

Hans Peter Hurka

Kügler Hermann, „Streiten lernen. Von der Rivalität zur Kooperation.“, Verlag echter, 86 Seiten, Preis: 8,20 €, ISBN: ISBN 978-3-429-03540-2