Waldmüller, Gemeinsam entscheiden 170Die Rechte Mitreden und Mitentscheiden zu können sind Wesenselemente unserer Gesellschaft und zeigen, wie ernst die Menschen genommen werden. So werden die Rechte heute nicht nur in der Gesellschaft verlangt, sondern selbstverständlich auch in der Kirche.

Der Autor, Bernhard Waldmüller, nimmt in seinem Buch "Gemeinsam entscheiden" Anleihe bei Ignatius von Loyola und der „Beratung der ersten Väter“. Er zeigt in dem 80-seitigen Büchlein auf, dass sich die Väter ausreichend Zeit nahmen, um das Für und Wider in Ruhe zu bedenken, mit Herz und Verstand bei der Sache waren und die Grundhaltung des aufeinander und auf den Geist Gottes zu hören praktizierten. Niemand soll dabei überfahren und die Alternativen sollen ebenso bedacht werden. Das setzt große Offenheit, gegenseitiges Vertrauen voraus, um auch das „Bauchweh“ anderer zu berücksichtigen.

Der Schweizer Theologe verweist einerseits auf die innere Freiheit, die Ignatianische „Indifferenz“, allen Entscheidungen gegenüber und andererseits auf die Bereitschaft, sich verändern zu lassen. Dabei sollen die „inneren Regungen“ genauso beachtet werden, wie die „Vernunftgründe“. Trotz allem beinhaltet jede Entscheidung ein Risiko. Der Vater zweier Kinder nennt Kriterien des Unterscheidens, setzt sich mit der „Einmütigkeit“ auseinander und bringt praktische Beispiele, wie „gemeinsam entscheiden“ gelingen kann.

Es ist ein leicht lesbares Buch. Die darin enthaltenen Hinweise sind in Geschichte und Gegenwart vielfach erprobt und lassen sich an Hand der Beispiele auch gut im eigenen Bereich anwenden.

 

 

Waldmüller Bernhard, „Gemeinsam entscheiden“, Verlag echter, 80 Seiten, Preis: 8,20 €, ISBN: ISBN 978-3-429-02979-1