Kolb 201606 1Kolb BiographieIn seiner letzten Publikation hat Prof. Anton Kolb nochmals sein Leben und Wirken knapp und kantig, wie es seinem Stil entsprach zusammen gefasst. Dass er kurz nach dem Erscheinen in die Ewigkeit heimgeht dürfte er geahnt haben. Schreibt er doch im Vorwort, „Mein Lebenslauf nähert sich dem Ende. In der vorliegenden Publikation vollziehe ich diesen Weg nun noch einmal.“

Gleichzeitig verweis er darauf, dass er ein Leben lang weniger aus der Vergangenheit als viel mehr zukunftsorientiert gedacht, gewirkt, gelebt hat. "Wer nur der Vergangenheit verpflichtet ist, versäumt, vernachlässigt und verrät die Gegenwart und die Zukunft, handelt nicht, braucht nichts zu tun, verfolgt kein Ziel, erlebt nichts Neues, weil ohnehin schon alles geschehen ist“, schreibt Kolb.

Kolb Anton, „Brücken bauen zwischen Wissenschaft, Politik, Religion und Medien. Grundmotive und Ziele meines Lebens- und Berufsweges“, LIT-Verlag 2016, 284 Seiten, Preis: 29.90 EUR, 29.90 CHF, br., ISBN 978-3-643-50741-9

In dem Buch geht Kolb nochmals sein leben von der Kindheit bis zu den Höhenpunkten seines Lebens durch. In den einzelnen Kapitel beschreibt er sympathisch die Ereignisse, Erlebnisse und Gefühle, die ihn in den einzelnen Situationen bewegt, geleitet und getragen haben. Im 25. Kapitel blickt er zurück, fasst zusammen und schaut nochmals nach vorne.

Dabei freut es sich, dass er einen roten Faden in seinem Leben erkennt und wendet sich gegen Opportunisten. „was bleibt, ist der Wandel“, stellt er fest. Die Philosophie war sein Hobby. Das konnte er zu seinem Beruf machen. Dabei versuchte er immer wieder Theologie mit den anderen Fakultäten in Verbindung zu bringen, schreibt er. Seine Schlussfolgerung: „All unser Wissen bleibt 'gelehrte Unwissenheit'.“

In der Philosophie und den Naturwissenschaften habe Kolb immer „den Materialismus und den Determinismus als Gefahr für den Menschen bekämpft“. Eine behauptete „wertfreiheit der Wissenschaft“ sei nicht beweisbar und trifft nicht zu, stellt Kolb fest.

Dieser Band präsentiert ein Stück Zeitgeschichte, das so bisher kaum geschrieben wurde: Im Rückblick auf das eigene Leben reflektiert Anton KOLB die Verbindung von Lehre und Leben, die Vermittlung von Wort und Welt-Verantwortung, die Untrennbarkeit von Glaube und Geschichte. Er ringt um die Klärung der Fragen nach dem Woher, Wohin und Wozu des Menschen. Echte Humanität lässt sich für ihn nur erreichen im Erkennen der Zeichen der Zeit. Unerlässliche Basis dafür ist die von ihm lebenslang geforderte und geförderte Zusammenarbeit von Wissenschaft, Politik, Religion und Medien. Sein Fazit besticht durch prägnante Eleganz: "Nur Überzeugungen überzeugen, nur Vorbilder bilden, nur Begeisterung begeistert; Glaube, Hoffnung und Liebe sind die wichtigsten menschlichen Tugenden!"

Das Buch ist sehr einladend geschrieben, interessant und leicht zu lesen. Es ist eine Einladung, das Leben Anton Kolbs nochmals zu im Gedanken an ihn zu betrachten.

Prof. Dr. Anton Kolb, Jahrgang 1931, von 1970 bis 2000 war er Ordinarius für Philosophie in Graz, 1977-79 Rektor der Karl-Franzens-Universität Graz, Gründer der Rektorenkonferenz der Arge Alpen-Adria; zugleich Initiator der Bundeskonferenz der Universitäts- und Hochschulprofessoren Österreichs sowie bleibend relevanter universitärer und kirchlicher Einrichtungen.

 

Kolb Anton, „Brücken bauen zwischen Wissenschaft, Politik, Religion und Medien. Grundmotive und Ziele meines Lebens- und Berufsweges“, LIT-Verlag 2016, 284 Seiten, Preis: 29.90 EUR, 29.90 CHF, br., ISBN 978-3-643-50741-9