Bettazzi Luigi Kirche der Armen 170Bettazzi Luigi Konzi 120Betazzi Luigi 120Luigi Bettazzi beschreibt in dem Buch „Die Kirche der Armen“ was dieser Begriff bedeutet und wie er bis heute zum Kern der Botschaft Jesu gehört. Es ist die zweite Auflage und aktualisiert die erste aus 2001. Bettazzi, em. Bischof von Ivrea (Itailien), ist einer der letzten lebenden Teilnehmer des II. Vatikanischen Konzils und einer der Erstunterzeichner des Katakombenpaktes. Auch dessen Entstehung, Absicht und Wirkung berichtet er.

Im ersten Teil des Buches konzentriert sich der Autor auf das Konzil. Dabei berichtet Bettazzi von verschiedenen Initiativen und wie sich diese in den Texten widerspiegeln. Ein zweiter Teil beschäftigt sich mit der Kirche der Armen nach dem Konzil. Dabei beschreibt er die beiden Strömungen. Die einen, die die Konzilstexte als Gesetze lesen oder als „pastorale“ Ermutigung abwerten und die anderen, die sich eine größere Dynamik erwarteten. Er tut dies immer mit konkreten Beispielen.

So gibt das dünne Büchlein auch einen guten Überblick über kirchengeschichtliche Entwicklungen im und nach dem Konzil.

Im dritten Abschnitt genießt Bettazzi den Aufwind, der von Franziskus ausgeht. Er erinnert an konkrete Ereignisse und zeigt an Beispielen im Verhalten des neu gewählten Bischofs von Rom wie eine „Kirche der Armen“ aussehen kann.

Gerade in einer Zeit, in der die Kirche herausgefordert ist nicht nur zu ermahnen, sondern konkret auch zu leben, wovon sie spricht wird das Defizit der Kirche im Umgang mit Macht, Vermögen, Privilegien usw. deutlich. Das Plädoyer Bettazzis für eine „Kirche der Armen“ ist für die Leser eine Herausforderung diese Form von Kirche als zentrale Absicht Jesu zu erkennen. Es geht um den Dienst an den Menschen.

Das Buch ist nicht nur wegen seiner Kompaktheit schnell zu lesen. Es hat eine klare, prägnante Sprache, nennt Initiativen, Absichten, Motive und Personen die am Beispiel Jesu orientiert mit den Armen solidarisch handelten und handeln. Es ist eine gute Motivationsunterstützung.

Hier eine Leseprobe.

Hans Peter Hurka

 

Bettazzi Luigi, „Die Kirche der Armen vom Konzil bis zu Papst Franziskus“, Echter Verlag, 120 Seiten, Preis: 10,20 €, ISBN: 978-3-429-03830-4

 

Luigi Bettazzi ist am 26. November 1923 in Treviso, Italien geboren und italienischer römisch-katholischer Bischof. Er ist einer der letzten noch lebenden Teilnehmer/Konzilsväter des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965), während dem er auch den Katakombenpakt unterzeichnete. Bettazzi wurde am 4. August 1946 zum Priester geweiht.

Am 10. August 1963 ernannte ihn Papst Paul VI. zum Weihbischof im Erzbistum Bologna, verbunden mit dem Titularbistum Thagaste. Die Bischofsweihe erfolgte am 4. Oktober 1963 durch Giacomo Kardinal Lercaro, den Erzbischof von Bologna. Am 26. November 1966 wurde er zum Bischof von Ivrea ernannt. Am 20. Februar 1999 nahm Papst Johannes Paul II. sein altersbedingtes Rücktrittsgesuch an.