Schriffl Helmu 120Gedanken von Helmut Schriffl. Ein kurzer Text, den er sich mir beim Anhören der Feiertagspredigt in seiner Kirche überlegt hat.

maria himmelfahrt?
zeit umzukehren
(was zu maria himmelfahrt nicht gepredigt wurde)
oben ist nicht der himmel,
der ist unten
und verlangt eine radikale umkehr von uns,
eine bekehrung nach unten,
damit der himmel mitten unter uns sichtbar wird.
das lied der maria,
das der biblische schreiber
der mutter jesu in den mund legt
ist dem lied der hanna
nachempfunden.
ein revolutionslied,
kein andachtslied.
die welt verändern?
ein gräuel für fromme
angepasste christen,
die heilige lieder singen
und unberührt nach hause gehen.
es soll doch alles so bleiben, wie es ist,
damit es uns nicht schlechter geht!
den herren will ich loben
haben wir in unserem gottesdienst heute
gesungen, jenes kirchenlied
das dem magnificat
nachempfunden ist und bei dessen
zweiter strofe ich immer tränen
der trauer und des zornes weine,
weil wir so leicht singen:
es werden satt aufstehen,
die arm und hungrig sind.
ich kann das schon gar nicht mehr glauben,
dass das einmal möglich sein wird,
wo doch allüberall rund um uns verraten und
verkauft wird.
und der hunger ein geschäft ist!
und wo werden die mächtigen von ihren thronen
gestürzt?
doch nicht bei uns.
wir leben doch sehr gut inmitten dieses
unterdrückungssystems
und denken gar nicht daran,
das system zu stürzen, denn es könnte
uns selber treffen.
denk an dein erbarmen, herr!
und vollbringe die machtvolle tat,
unsere herzen umzukehren
und uns auf deinen weg zu bringen,
damit dein guter plan von dieser
welt endlich geboren werden kann.