kolb anton machtmissbrauch Anton Kolb Es ist ein breiter Rahmen, den sich Anton Kolb in diesem Buch vorgenommen hat. Er wird noch größer, weil er Stellungnahmen, Briefe und deren Antworten in vielen konkreten Fällen dokumentiert. Dafür ist ihm aber anderseits zu danken. Er bietet damit für Detailinteressierte  Einblicke in die inneren Abläufe von Politik, Wissenschaft und Kirche.

So widmet sich der Theologe, Priester und Philosoph den Medien, EU-Plakaten, den Mohammed-Karikaturen, der Evolutionsdebatte, die Aufhebung der Exkommunikation der Pius-Brüder-Bischöfe, der Ernennung von Gerhard Maria Wagner zum Weihbischof in Linz, dem „Fall Kurt Krenn“, der Sexualmoral der Kirche, um einige zu nennen.

Der Autor geht, wie er bereits im Vorwort feststellt, davon aus, dass Medien, Wissenschaft und Kirche gemeinsam vom Problem des Machtmissbrauchs betroffen sind. Er legt seine kritischen Schreiben an Journalisten, Politiker, Bischöfe und Künstler vor. Darin übt er Kritik und macht Reformvorschläge. Damit will er persönliche Verantwortung herausstreichen.

Kolb verweist auf die Pflicht sich dem Gewissen zu stellen und auch öffentlich sich zu Wort zu melden um so der Wahrheit zum Durchbruch zu verhelfen. Das Buch wurde bereits vor der breiten Aufdeckung der sexuellen Übergriffe und des sexuellen Machtmissbrauchs fertig gestellt. Er hat alles belassen wie es ist, weil er die Ursuchen der Missstände in den beschriebenen Ereignissen erkannt und aufgedeckt zu haben meint.

Es ist ein Buch mit vielen Details und grundsätzlichen Überlegungen!

Hans Peter Hurka

Anton Kolb, „Machtmissbrauch in der Kirche, Wissenschaft, Politik und Medien; Engagement gegen Fehlentwicklungen und Reformvorschläge“, Shaker Verlag, 417 Seiten, Preis: xxx,-  €, ISBN: 978-3-8322-9610-0