Reiter Margit, Die Ehemaligen Wallstein Verlag 170HPH Stauber 150Bei und nach der Lektüre des Buches „Die Ehemaligen“ Der Nationalsozilismus und die Anfänge der FPÖ“ wird derLleserin und dem Leser klar, wie wenig von der Nationalsozialistischen Ideologie in Österreich aufgearbeitet wurde. In den meisten Fällenauch bei schwer belasteten ging man und frau sehr rasch zur Tagesordnung über. Seilschaften, alte Bekannte und Freunde, Kampfgefährten aus vergangenen Tagen halfen über allfällige Klippen hinweg.

So konnte sich in den damals großen Parteien eine Schichte einnisten, die das Ideengut der Nationalsozialisten in sich trugen und die FPÖ wurde fast gänzlich von Personendieser Art gegrü+ndetund davon bestimmt. Die Autorin, Margit Reiter, kritisiert auf wissenschaftlicher Basis zurecht den den sogenannten Histoiker Bericht der FPÖ, weil die nach erheblichen Recherchen, selbst in dieser Sache schon sehr viel ans Licht gebracht hat.

Gerade weil in diesem Buch hervorkommt, dass Leopold Figl von diesen Personen abwertend als „KZler“ bezeichnet wurde, kann seine Leistung nicht hoch genug für Österreiche eingschätzt werden. Durch seine klare Trennlinie konnte er den nahtlosen Übergang der Nazi Führer in der zweiten Republik deutlich bremsen. Das muss historisch anerkannt werden!

Nach Kriegsende blieben zahlreiche überzeugte Nationalsozialisten ihrer Gesinnung treu und bewegten sich in einem gemeinsamen sozialen und politischen Erinnerungsmilieu. Viele dieser »Ehemaligen« organisierten sich bald wieder politisch und vertraten selbstbewusst ihre Agenda. In Österreich formierten sie sich vor allem im Verband der Unabhängigen (VdU) und in der 1956 gegründeten Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ).

Margit Reiter zeichnet in ihrem Buch erstmals diesen politischen Formierungsprozess der »Ehemaligen« nach. Die Autorin zeigt die personellen wie auch ideologischen Kontinuitäten zum Nationalsozialismus in der FPÖ anschaulich auf und unterzieht die politische Karriere des Parteigründers und vormaligen NS-Funktionärs Anton Reinthaller einer kritischen Analyse.

Bei einer Partei wie der FPÖ darf sich niemand wundern, wenn täglich nazistische „Einzelfälle“ wie sie verharmlsosend bezeichnet werden, aufkommen. Diese Partei ist nicht in der Lage, einen positiven Beitrag für Österreich zu leisten. Sie hat nicht die ethische und moralische Kraft dazu. Das sollte jedem Politiker in Österreich aber auch jeder Wählerin und jedem Wähler bekannt sein. Diese Partei ist für verantwortungsbewusste Staatsbürger unwählbar!

Das Buch ist umfangreich aber gut zu lesen. Es ist flüssig und spannend geschrieben, so dass es auch für Nichthistorier oder Nicht-Politologen gut lesbar ist.

Hans Peter Hurka

 

Reiter Margit, „ Die Ehemaligen, Die Ehemaligen „Der Nationalsozialismus und die Anfänge der FPÖ „,, Wallstein Verlag, 392 Seiten, Preis: 28,80 €, ISBN 978-3-8353-3515-8; auch als E-Book erhältlich;

 
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