peinter erlmar 2009 03 kreuzweg Der bekannte Tiroler Künstler Elmar Peintner schuf in den Jahren 2004/2005 für die Pfarrkirche St. Josef in Landeck-Bruggen einen Kreuzwegzyklus, der in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert ist:

Neben seiner künstlerisch einzigartigen filigranen Ausführung in der Technik Bleistift und Eitempera auf Leinwand zeichnet das Werk inhaltlich die Tatsache aus, dass Peintner durch die Wahl seiner Modelle das Kreuzweggeschehen so ins Heute holt, dass der Betrachter sich selbst darin wiederfinden kann. In jedem einzelnen Bild möchte Peintner dem Betrachter so das Antlitz des leidenden Christus auch in der heutigen Welt vor Augen führen.


Bischof Manfred Scheuer hat dazu kurze Textimpulse verfasst, die die Bilder erschließen helfen und auch für den Vortrag im Rahmen einer Kreuzwegandacht geeignet sind. 
  
ELMAR PEINTNER, geboren 1954 in Zams/Tirol, Studium an der Akademie der Bildenden Künste in der Meisterschule von Prof. Maximilian Melcher, Wien, 1979 Diplom, weiterführende Studien in Luxembourg, Schweiz und Tokio. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u. a.: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (2006) und Preis bei der Internationalen Graphik 


Rezension:

Unser Antlitz sagt mehr als tausend Worte …

Der von Elmar Peintner 2004/05 gestaltete Kreuzweg in der Seitenkapelle der Tiroler Pfarre St. Josef in Landeck-Bruggen verbindet Geschichtliches mit Aktuellem, Äußeres mit Innerem, Gott mit der Welt. Die Sprache des Künstlers fügt sich gut in die 1963 aus Sichtbeton in einer Arbeitersiedlung errichtete Werktagskapelle ein. Die geschichtlichen Erzählungen sind mit Bleistift und Eitempera auf Leinwand gezeichnet und die Aktualitäten treten mit emotionaler Färbung an die Betrachter heran. Die harten Kanten des geometrisch-schemenhaften Kreuzes durchschneiden dabei immer wieder die Blicke.

Ausdrucksstark sind bei allen Bildern die Gesichter. Ruhig, ja fast gelassen das Antlitz Jesu, auch das seiner Mutter, Veronikas oder Simons von Cyrene. Dafür drücken umso deutlicher die weinende Frau und eine erschrockene Alte Emotionen aus. Wie sehr Macht über die Menschen hinweggeht und Jesus sie in den Blick nimmt gibt Hoffnung.

Der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer zeichnet in seiner Einleitung Spuren, die es lohnt zu folgen. In Jesus begegnet uns Gott nicht als einer der sich heraushält und nicht schmutzig macht, nicht als einer jenseits von Schmerz und Leid, Angst und Dunkelheit. „Gott ist Liebe“ wird im gesamten Wirken Jesu sicht- und spürbar.

„Kreuzweg“ ist nicht nur ein Buch für Kunstinteressierte sondern auch für Menschen, die ihre Augen vor dem Leid in unserer Welt nicht verschließen (können) und Hoffnung suchen. Es ist ein Buch, das die Fastenzeit füllen und unser Leben konkretisieren kann.

Kreuzweg“ von Elmar Peintner mit begleitenden Texten von Maximilian Paulin und einer Einleitung von Bischof Dr. Manfred Scheuer, Verlag Tyrolia, ISBN: 978-3-7022-2993-1