Hände betend 150Fürbittgebet am 7. Juni 2015 (zu Mk 3,20-35)

Er ist verrückt.
Er ist von Sinnen, sagten die leiblichen Brüder von Jesus, als sie sahen wie er mit seinen Reden und Forderungen Menschenmassen bewegte, aber sich selbst die Feindschaft des Establishments und der Priester zuzog.

Von Sinnen, sind wir das nicht alle, die sich seit damals um ihn drängen, ihm zuhören, wenn er versucht uns das Unbegreifliche, das er Gott nennt, begreiflich zu machen. Gott, lass uns trotzdem Sinn darin finden.
Gott wir bitten dich.

Von Sinnen, sind das nicht alle, die Sonntag für Sonntag versuchen Gott zu begreifen, zu spüren, und in diesem Zusammensein Gemeinschaft zu erleben.
Gott, wir bitten dich.

Von Sinnen, die wir versuchen, alle Menschen als Schwestern und Brüder zu betrachten und sich für ein friedliches Zusammenleben verantwortlich zu fühlen. Gott, lass uns daran arbeiten.
Gott, wir bitten dich.

Von Sinnen, die wir uns der Gefahr aussetzen für das Bekenntnis solcher Haltungen verlacht, verfolgt, ja sogar getötet zu werden.
Gott bewahre uns vor dieser Entwicklung.
Gott, wir bitten dich.

Von Sinnen, scheinen auch die verschiedenen Volksgruppen in Burundi zu sein, die politische Meinungsverschiedenheiten zum Anlass nehmen einander blutig zu bekämpfen.
Gott, lass sie die Sinnlosigkeit von Gewalt erkennen.
Gott, wir bitten dich.

Wahrhaft von Sinnen sind auch jene Kirchenkreise die eine Reform, eine zeitgemäße Entwicklung hin zur heutigen Gesellschaft verhindern, und damit die Distanz zur weitgehend gottfernen Umgebung unüberwindbar vergrößern.

Gott, hilf uns zu erkennen, dass es durchaus Sinn macht gegen den Trend zu leben, von Sinnen zu sein, um unsere Welt zu bewahren, sie und die Menschheit.
Amen.

Der Text stammt von Josef Jedelsky