Anton Kolb „Auftrag und Verrat“ ist der Untertitel einer Streitschrift für eine Reform der röm.-kath. Kirche im Geiste des letzten großen Konzils. Der Autor berichtet darin seine Erfahrungen, die er als Stenograph bei der großen Kirchenversammlung und in derem Umfeld sammeln konnte.

perner kohlmaier ungehorsam kl Der 60. Geburtstag von Helmut Schüller ist der Anlass für das Buch. Schon lange, so schreibt die Herausgeberin Rortraud Perner im Vorwort, sei sie mit der Idee einer Festschrift für den ehemaligen Caritas-Präsidenten und Generalvikars der Erzdiözese Wien schwanger gegangen.

Das Thema sollte die Fremdenfeindlichkeit sein. Doch in der Auseinandersetzung mit dem Widerstand evangelischer Christinnen und Christen gegen eine Macht missbrauchende Obrigkeit wurde ihr klar, „die Abwehr des unerwünschten anderen (Frauen inbegriffen) und die Verweigerung des Dialogs auf Augenhöhe sind Formen mentaler Fremdenfeindlichkeit“. Und sie fand, „selbständig und kritisch denken, Ungehorsam wagen, Aussscheren aus dem Einheitstrott“ sind auch ihre Lebensthemen.

weienbck franz josef jesus war eischlechter liebhaber klFranz Josef Weißenböck Der Autor und mit ihm der Journalist und Theologe, Hubert Armin-Ellissen, präsentierten am 30. Oktober 2012 in der Buchhandlung HERDER – Zach Buch in Wien Franz Josef Weißenböcks neuestes Buch: "Jesus war ein schlechter Liebhaber". Die Präsentation war originell gestaltet, angelehnt an den Ablauf einer katholischen Messe, führte sie gut Inhalt, Anlass und Beweggründe vor. Anbei finden Sie Texte dazu.

Das Buch selbst ist mit oder trotz seines provokanten Titels ein Glaubensbuch im besten Sinn des Wortes. Reich mit historisch – philosophisch – biblischen Impulsen ausgestattet trieb es den Autor hin und her und reißt so auch die Leser mit. Es erzählt Geschichten, erklärt dabei manches wirft aber insgesamt eher Fragen auf, vor die nun die Leser gestellt sind. Im Versuch diese für sich zu beantworten liegt der „Gewinn“.

halbfass hubertus religionsunterricht nach dem glaubensverlust Diese Buchbesprechung ist als Nachdenken eines Betroffenen zu verstehen.


Hubertus Halbfas unterzieht den (katholischen) Religionsunterricht (RU) einer „Fundamentalkritik“. In einem Rundumschlag kommt keiner ungeschoren davon: a) die große Mehrheit der Bevölkerung, weil nach Traditionsabbruch, Säkularisierung und Aufklärung und der damit verbundenen Verdunstung der Religion der magische Aberglauben geblieben sei; b) die Amtskirche, weil ihr Leitungsstil eine aktuelle Gestaltung des RU verhindere; c) die ReligionslehrerInnen, weil sie sich anbiedernd zufrieden gäben „nach dem Maß des Möglichen“ (S. 218); d) der Zunft der akademischen Religionspädagogik  (Georg Hilger, Stephan Leimgruber und Hans-Georg Ziebertz werden S. 76 und Günter Stachel und Hans Zirker S. 219 stellvertretend genannt), weil die von ihr vertretenen Prinzipien der Korrelation, Abduktion und Dekonstruktion für den schulischen Bereich nicht wirklich erfolgreich umgesetzt werden konnten. Halbfas fordert, dass die Glaubensvermittlung neu vermessen werden muss, weil von der Theologie des Paulus, Stichwort Sühnopfer, über die Jungfrauengeburt bis zur Offenbarungstheologie die Sprache der kirchlichen Verkündigung veraltet und unverständlich sei (S 54-76). Die neueste Variante, die den RU an der Kompetenzorientierung (S. 89-137) aufzieht, um ihn für den Kanon der schulischen Fächer einordenbar zu machen, wird ebenso kritisch zurückgewiesen wie die Religionsbücher in genere (S. 138-169).

trummer peter steh auf nimm dein bett und geh Trummer Peter 300912 120Der Grazer Bibelwissenschafter, Peter Trummer, wollte ein „Lesebuch zu Heilungsgeschichten“ schreiben. Doch das Vorhaben stellte sich für ihn als schwieriger heraus als er dachte. Angestoßen durch einen Vortrag auf einem Kongress für psychosomatische Medizin und infolge eine schwere Lebenskrise, wie er im Vorwort schreibt, legte er alle bisherigen Unterlagen weg. Er musste den „Adressantinnen und Adressaten in die Augen sehen und spüren, was im Augenblick gesagt werden kann“. Das Buch entstand mitten unter den Menschen, im Cafehaus, wo der Lärm plötzlich keine Ablenkung mehr war.


Die Auslegung der Heilungswunder Jesu basiert auf seiner persönlichen Erfahrung und seiner breiten fachlichen Kompetenz. Dabei geht er behutsam und allgemein verständlich vor. Der Bibelwissenschafter zeigt, dass die biblischen Heilungsgeschichten nicht einfach über Vergangenes berichten, sondern auch heute in gleicher Weise für Menschen in Lebenskrisen existentielle Chancen eröffnen.

beck matthias leben wie das geht Der Mediziner, Philosoph und Theologe Matthias Beck legt in seinem Buch  in vier Abschnitten, beginnend (A) mit der biographischen Entwicklung des Menschen, (B) Grundreflexionen über die Welt, den Menschen und die Frage nach dem Absoluten vor. Er beschreibt (C) die Berufung des Menschen und zeigt im Abschnitt D die Bedeutung der Biographie der zweiten Lebenshälfte auf.


Zweifellos sind heute viele Menschen auf der Suche nach Lebenssinn und Lebenserfüllung. Matthias Beck kann aus seinem Wissen und seiner Erfahrung als Arzt und Theologe Wege zeigen, wie „Leben gehen kann“ und sollte. Wer dieses lesenswerte Buch zur Hand nimmt, wird schnell entdecken, dass es nicht flüchtig gelesen werden will. Denn der Autor führt den Leser in ein sehr persönliches Nachsinnen über den eigenen Lebensweg und spricht durch vielfältige Bezugnahmen auf die hl. Schrift und geistliche Autoren die religiöse Dimension des Lebens an.

kolozs martin eine antwort des glaubens Die immer lauter werdende Kritik an der römisch-katholischen Kirche veranlasste Martin Kolozs, mit Petra Steinmair-Pösel und Paul Zulehner den Hintergründen und Entwicklungsbrüchen nachzugehen. Über eine Zeit von fast zwei Jahren war er immer wieder mit der Theologin und dem Theologen im Gespräch. Die Ergebnisse dieses Prozesses legt er nun als Herausgeber dieses Buches vor.


Es sind keine Interviews im klassischen Sinn. Auf 19 kurze Fragen antworten die Theologen und leuchten jeweils aus ihrer Sicht auf die Ursachen der Probleme und versuchen ihr entstehen zu erklären. Darin blitzen faktisch gleichzeitig auch Lösungsansätze auf. So weist etwa Zulehner auf die gute Ausbildung der Priester für das pastorale Gespräch hin und zeigt, dass die Nähe zu den Menschen auch das Ungenügen kirchlicher „Lösungen“ erfahren läst. Im Nachspüren der gesellschaftlichen Bedeutung von Kirche stellt Steinmair-Pösel die Frage, warum Zukunftsthemen wie die Globalisierung oder Ökologie, Armut und Gerechtigkeit so wenig Platz im kirchlichen haben.

lottrige das leben jesu in geschichten und bilderngif Ein wunderschön gestaltetes Bilder- und Lesebuch für Kinder ab 8 Jahren und Erwachsene. Die amerikanische Autorin, Celia Barker Lottridge, erzählt darin in 35 knappen Kapiteln kompetent und einfühlsam die Evangelien als Geschichten aus dem Leben Jesu. Aus dem Englischen übersetzt hat sie Klaus Gasperi. Die Autorin bleibt ganz nahe an den biblischen Berichten und entfaltet sie präzise und knapp in verständlicher, zeitgemäßer Sprache ohne Ausschmückungen und persönliche Interpretationen.

Besonders bemerkenswert sind die 36 ausdrucksstarken Bilder, der preisgekrönten Wiener Illustratorin Linda Wolfsgruber. Sie erschließen Jesu Reden, Handeln und Leben auf eigenständige Weise, sprechen persönlich an, lassen Freiräume und laden zum meditativen Verweilen ein. Die Collagen erschließen die biblische Botschaft auf völlig eigenständige Weise und lassen viel Freiraum für die persönliche Auseinandersetzung und das Gespräch. Sie überbrücken die Zeit mit Anklängen an die christliche Kunstgeschichte und setzen dazu die biblische Welt gegenwärtig.

nussbaumer meine kleine groe welt Die Autobiographie des Journalisten und Publizisten Heinz Nußbaumer ist eine glaubwürdige und spannende Reise durch die Weltgeschichte. Er gibt den Lesern Einblicke in seine Begegnungen mit Politikern und Machthabern, die zum Teil bereits verstorben oder ermordet sind. Der Autor stellt seine Gespräche mit den Großen dieser Welt dar und verknüpft historische Fakten miteinander. Mit Gaddafi im Zelt. Mit Arafat im Bunker. Mit Reagan und Clinton im Weißen Haus. Mit dem Dalai Lama im Kloster. Von Papst und Patriarchen empfangen. Über Jahrzehnte hinweg war Nußbaumer als außenpo¬litischer Journalist und Autor mit Königen, Präsidenten und Revolutionsführern im Gespräch – und als stiller Briefträger zwischen Fronten unterwegs.

Augenzeuge in Kriegen, Krisen und Katastrophen – aber auch Zeitzeuge dort, wo um den Frieden gerungen wurde. Für seine großen Interviews, seine Reportagen und Kommentare, aber auch für seine Fairness und Diskretion wurde er u. a. zum „Menschenrechts-Preisträger“ gekürt – und mit zahlreichen Medienpreisen ausgezeichnet. Jetzt schildert er, was er bisher nie geschrieben hat – nicht ¬schreiben konnte und wollte: Die Geschichten hinter den Geschichten – auch hinter der Zeitgeschichte. Heinz Nußbaumers „kleine, große Welt“!