Schödl Kuntner 170Schödl Inge 150Ingeborg Schödl hat schon mehrere Biographien veröffentlicht. Zumeist waren es Frauen, über die sie schrieb: Margarethe Ottillinger, Hildegard Burja oder Anna Dengl. Nun ist es der überaus beliebte und leider viel zu früh verstorbene Wiener Weihbischof Florian Kuntner über den die ehemalige Redakteurin bei der Wiener Kirchenzeitung schrieb.

Schon der Titel des Buches „Florian Kuntner – Vom Lausbuben zum Bischof“ lässt anklingen, dass er nicht der braven, weltfernen, auf liturgische Feiern reduzierten Reichshälfte der Kirche angehörte. Er trat mutig für die Menschenwürde ein, sei es gelegen oder ungelegen gewesen. Er hat sich im übertragenen wie im direkten Sinn des Wortes für die Menschen „abgestrampelt“. Dazu zählten „seine“ Priester die heirateten genauso wie Geschiedene und wieder verheiratete oder die Menschen der südlichen Halbkugel dieser Welt.

Weißenböck Franz Jo 120Krätzl bmp 120Krätzl, Meine Päpste 170Ein alter, im Ruhestand wie Helmut Krätzl höchst aktiver Landpfarrer seufzte einmal, mit Blick auf die Entwicklung der Kirche in den Jahrzehnten nach dem Konzil: „Wir sind auf eine andere Kirche geweiht worden.“ Das ist wohl wahr, und wie sehr die Kirche sich geändert hat, haben beide in ihrem Leben erfahren – manchmal auch erlitten, sei es wegen Veränderungen, die zu groß waren, als dass man sie ohne die Wachstumsschmerzen jedes „Aggiornamento“ hätte bewältigen können oder sei es, dass sie als zu zaghaft erschienen, als dass sie den Anschluss an die moderne Welt und Zeit hätten sichern können. Auch aus Krätzls jüngstem Werk lässt sich für den aufmerksamen Leser eine doppelte Botschaft herauslesen:

Innerhofer, Treu seinem Gewissen 170"Kein Eid auf diesen Führer". Nach diesem Grundsatz handelte Josef Mayr-Nusser. Der verweigerte SS-Eid kostete dem Südtiroler das Leben.

Mayr-Nusser war religiös gebildet. Für ihn war klar: Christen haben eine eigenständige Verantwortung. Sie kann von niemandem auch nicht von kirchlichen Würdenträgern abhängig gemacht werden. Bei seiner vierten Einberufung – diesmal gegen seinen Willen zur Waffen SS – war für ihn klar, ein Eid auf die Person Adolf Hitler war mit seinem Gewissen bzw. mit seiner Überzeugung als Christ nicht vereinbar. Am 4. Oktober 1944 verweigerte er den SS-Eid. Mayr-Nusser tat dies im Bewusstsein, damit sein eigenes Todesurteil unterschrieben zu haben. Und er starb einen qualvollen Tod auf dem Weg ins KZ nach Dachau. Für diese konsequente Haltung wird der Bozener Josef Mayr-Nusser am 18. März 2017 selig gesprochen.

Wolf Konklave 170Wolf H 150Der in Münster lehrende Professor für Kirchengeschichte Hubert Wolf hat wieder ein neues und spannendes Buch im H.C. Beck-Verlag herausgebracht. Diesmal geht es um die Wahl der Bischöfe von Rom.

In der Kirchengeschichte kamen äußerst unterschiedliche Modi zur Anwendung. Sie waren stets auch Spielball unterschiedlicher Interesen. Wolf bietet einen interesanten Streifzug durch die Ereignisse der Zeit, nicht ohne kritische Bemerkungen auch zur Gegenwart.

Bergmann, Geheim geweiht 170Zur Zeit des kalten Krieges entschließt sich die römisch katholische Kirche hinter dem Eisernen Vorhang, eine Untergrundkirche aufzubauen. Im Geheimen werden auch Frauen geweiht. Davon will Rom nach dem Fall des kommunistischen Systems nichts mehr wissen. Auf dieser historischen Grundlage erzählt dieser Roman die Geschichte Katjas, der Tochter eines Geheimbischofs, die noch knapp vor dessen Deportation von ihm zur Priesterin geweiht wurde. Nach dem Umbruch versucht der Vatikan ihr Schweigen zu erkaufen. Sie schwankt zwischen Gehorsam, dem Wunsch nach Anerkennung und ihrer Liebe zu dem krebskranken Daniel, der sie bei ihrem Comingout unterstützen möchte. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Unterdessen bemüht sich in Rom eine päpstliche Kommission, das Thema Frauenpriestertum wieder aus der Welt zu schaffen.

DER STANDARD berichtete über das Buch.

Hamidullah, Muhammad 170Muhammad Hamidullah gilt als eine der bedeutendsten muslimischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts und als einflussreiche Lehrautorität. Der 2002 verstorbene Experte der Geschichte des frühen Islam entfaltet in seinem Buch „Muhammad – Prophet des Islam“ (Patmos Verlag) das Leben und Wirken des Propheten auf der Basis des Korans und der überlieferten Aussprüche und Handlungen Muhammads (Hadithe).

Der Autor bezog als Quellen aber auch arabische Dichtung und sozio-kulturelle Erkenntnisse ein. Was wissen wir über Muhammads Familie? Wie war die politische und wirtschaftliche Situation im vorislamischen Arabien? Wie waren die Beziehungen des jungen Islams zu den anderen Religionen? Wie sind die weiteren Entwicklungen zu verstehen?

Es ist ein fundiertes Sachbuch, welches eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Muhammad, dem Propheten des Islams in unserem Kulturraum in Deutscher Sprache ermöglicht.   Leseprobe --> Buchbestellung:

Frau an Gottes Seite Titelbild Erschaffung Adams 150Göller Vera 120Rund 60.000 Menschen habe die großartige Ausstellung von Michelangelos Sixtinischer Kapelle in Wien besucht und waren beeindruckt. Eine von ihnen war die Perchotoldsdorfer Theologin Vera Göller. Sie hat ihre Gedanken zum Thema: "Die Frau an Gottes Seite" ebenso eindrucksvoll zusammengefasst. Darin beschreibt sie ihre Gedanken zum ganzheitlichen Gottesbild in Michelangelos Fresko „Die Erschaffung Adams“.

Sollten Sie an dem wunderbar gestalteten Heft Interesse haben, bitte wenden Sie sich an die Autorin, Frau Mag.a Vera Göller: vera.go[at]tele2.at  Der Selbstkostenpreis beträgt 9 € plus Porto.

Mikloško František 120Moravcik, Freude am Evangelium 170Moravcik a Filo BiH 120Das Buch „Die Freude des Evangeliums in der Slowakei“ ist eine kritische Auseinandersetzung mit Kirche und Gesellschaft in der Slowakei. Die beiden Herausgeber, František Mikloško und Karol Moravčík haben gemeinsam mit Priestern, einer Ordensfrau, einem Jesuiten und einem griechisch-katholischen Priester sowie Laien in viele Ebenen der praktischen Kirche hineingeleuchtet. Es ist der Versuch einer Situationsanalyse.

Wem Kirche heute noch ein Anliegen ist, der sollte das Buch gelesen haben.

František Mikloško, Karol Moravčík (Hg.), „Die Freude des Evangeliums in der Slowakei. Versuch einer Situationsanalyse der katholischen Kirche“, Verlag Hlbiny, 198 Seiten, Preis 15 €, ISBN 978-80-89743-18-6.

Sollten Sie das Buch lesen wollen, das Netzwerk: zeitgemäß glauben schickt es Ihnen gerne zu.

Kraetzl Helmut 120Krätzl, Meine Päpste 170Anlässlich seines 85. Geburtstages blickt der emeritierte Wiener Weihbischof Helmut Krätzl auf "seine" sieben Päpste zurück, die die römisch-katholische Kirche in seinem Leben prägten. Dieser persönliche Rückblick beleuchtet auch historische Ereignisse in der österreichischen Kirche wie in der Weltkirche, beispielsweise mit Internas aus dem Konklave 2005.

Wie gewohnt schreibt Krätzl Klartext in leicht verständlicher Sprache. Für Interessierte an der Kirche ein Buch, dass gelesen werden "muss"! Hier eine Leseprobe. Nachstehend einige Rezensionen.